Bevor der Rest des Sommers im Zeichen von Wohnung-/Zimmersuche und jeglicher sonstiger Orientierung geprägt sein wird, habe ich noch einmal die Satteltaschen gepackt und bin losgeradelt. Dieses Mal von Berlin aus an die Ostsee, nach Usedom. Wie die letzte Tour habe ich alle drei Tage auf dem Rad sehr genossen, die Anstrengung gibt mir ein Gefühl von Zufriedenheit, das Reisetempo ist für mich ideal um Umgebung wahrzunehmen, zu entdecken, hier und da zu grübeln und in wieder anderen Momenten den Kopf völlig frei zu bekommen. Dieses Mal war ich, mehr als bei der letzten Tour, von der Freundlichkeit der Menschen begeistert, die mir begegnet sind, andere Radfahrer, die Vermieter meiner Unterkünfte, Wanderer, Einheimische, ... Nur die vielen vielen Touristen, die auf der Bundesstraße nach Usedom in einer gefühlt ununterbrochenen Autoschlange entlang rasen - wohl ohne es erwarten zu können endlich am Urlaubsort anzukommen und dabei scheinbar keinen Blick für Radfahrer haben, mit denen sie sich die Straße wegen des gesperrten Radweges teilen müssen - die waren mir weniger sympathisch. Ich bin dennoch heil angekommen und erfreut darüber wieder einen kleinen Teil der Welt auf meine Weise kennengelernt zu haben - nagut einen kleinen Teil Deutschlands und einen noch sehr viel kleineren Teil Polens, aber immerhin!
Noch viel öfter als Menschen, bin ich der Tierwelt begegnet und auch das auf größtenteils erfreuliche, nur zeitweise nervige (tausende wirklich klitzekleinster Mücken auf Armen, Beinen, T-Shirt, im Gesicht, ...!!!), teilweise aber auch nachdenklich stimmende Art. Wenn ich Kuhherden auf weitläufigen, satt grün bewachsenen Weideflächen sehe, ist das für mich auf den ersten Blick ein idyllischer Anblick, der ganz kurzfristig ein Heile-Welt-Gefühl hervorruft, bevor mir bewusst wird, dass auch diese Kühe Nutztiere sind und ein Großteil ihrer Artgenossen niemals in den Genuss eines derartigen Daseins kommen. Noch viel erschreckender fand ich aber die so mancherorts am Wegesrand platzierte Werbung oder Beschilderung, Plakate mit glücklichen Kühen über der Aufschrift "Agrarprodukte GmbH - qualifizierter Zuchtbullenvertrieb", der Slogan "... vom Schlachter direkt auf ihrem Teller" unter dem Namen eines Restaurants, eine "Betreten Verboten - wertvoller Schweinebestand" Warntafel vor einem halb verfallenen, stinkenden, fensterlosen Betonklotz oder eine toll gestaltete Tafel mit diversen Tierzeichnungen und der Betitelung "Gänse, Hühnchen, Kaninchen, Enten: küchenfertig!" Ich möchte niemanden mit erhobenem Zeigefinger den Verzicht auf tierische Produkte nahelegen und bin mir unsicher damit meine Gedanken hier zu teilen, aber als wichtiger Teil meiner Wahrnehmungen während der Tour, möchte ich auch darüber schreiben.
Schön finde ich, wie viele Teile Mecklenburg-Vorpommerns als Naturschutzgebiete für Pflanzen und Tiere erhalten werden. So konnte ich z.B. Füchsen begegnen, an einem kleinen Fuchs bin ich sogar ganz dicht vorbeigefahren, er blieb einfach vor mir auf dem Radweg stehen und schaute mich an, bevor er im Gebüsch verschwand. In den Orten traf ich auf unzählige Katzen, kleine und große, dicke und dünne, gestreifte, gefleckte, einfarbige, ... Und nicht zuletzt ist die ganze Gegend ein wahres Vogelparadies, leider kenne ich mich nicht besonders gut aus, aber ich habe Störche erkannt, Fischreiher, Enten und Schwäne, Haubentaucher, Möwen, ... Das Radwandern an sich kann ich insgesamt jedenfalls uneingeschränkt empfehlen, als eine nachhaltige, gesunde und erlebnisreiche Art zu reisen. Ich habe dabei nun auch mehr denn je gemerkt, wie wenig es ist, was ich eigentlich brauche. Das fällt leicht, wenn man jedes Kilo Gepäck als zusätzliche Last aus eigener Kraft voran bewegen muss. Zurück in die Großstadt geht es aber mit dem Fernbus, auch diese Fortbewegungsvariante habe ich innerhalb der letzten Jahre schätzen gelernt. Und wenn ich dann wieder Lust und Antrieb verspüre mal "raus zu kommen" und es etwas herbstlicher geworden ist, möchte ich es mal mit einer mehrtägigen Wanderung versuchen, vielleicht ein Stück des Jakobsweges oder ähnliches. Ein Link geht mit diesem Beitrag erneut zu "einab" und ebenso zu "bikelovin" wo jeden Monat unterschiedliche Posts mit Gedanken zum Thema Radfahren gesammelt werden.
Und abschließend noch mein Konsum-Update: mal wieder Postkarten und Briefmarken, dazu noch ein neues Buch, welches ich leider wieder neu und übers Internet bestellen musste. Und weiterhin beschäftigt mich mein Wunsch nach einem neuen Smartphone, vor allem wenn ich hier die Fotos vom alten Handy in wirklich dürftiger Qualität mit den Flecken wegen er verstaubten Linse hochlade, aber dazu ein anderes Mal mehr.
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Freitag, 7. August 2015
Donnerstag, 30. Juli 2015
Hosen Upcycling, Trinkflasche, Insektensnack und Beerenpflücken
Ich habe ganz vergessen, dass ich mit dem letzten Beitrag über meine Konsumgedanken auch bei der Linkparade „Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben.“ mitmachen wollte. Aber das hole ich nun mit dem folgenden nach. Weil ich nicht wirklich gut mit kurzen Hosen ausgestattet war, aber noch zwei lange und etwas zu weite leichte Sommerhosen im Schrank hatte, habe ich vor kurzem kurzerhand noch einmal die Methode „Bund ab - Bündchen ran“ zunutze gemacht und die beiden langen zu kurzen Hosen umfunktioniert. Ich trenne dafür den Bund ab und die Schrittnaht auf und schneide ein Stück raus, so dass die Nähe des Eingriffs nicht mehr wesentlich stören. Dann nähe ich zuerst die Beine wieder zusammen und zuletzt das Bündchen an. Äußerst bequem und gefühlsmäßig einfach und nachhaltig :-)
Bei der neuen Trinkflasche bin ich da weniger überzeugt, aber zumindest ist sie BPA frei, laut Hersteller quasi unkaputtbar, also hoffentlich langlebig, wurde in den USA und aus recycelten Materialien hergestellt. 9.95€ hat sie gekostet und auch wenn Globetrotter für mich ein Laden, gefüllt mit gefühlt tausend Dingen, die absolut praktisch/brauchbar/zweckmäßig/… erscheinen ist, bin ich bei der Flasche geblieben und habe alles andere links und rechts liegen gelassen. Fiel mir besonders schwer bei dem Regal mit „Snack Insects“, 2.5g getrocknete Heuschrecke oder Mehlwürmer, ungewürzt, Zubereitungshinweis: siehe Rückseite, Preis: 6.95€. Da begab ich mich lieber auf den Weg zurück in meine derzeitige Unterkunft und damit ins Beerenparadies, hier haben wir Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren direkt vor der Haustür, sie warten nur darauf gepflückt zu werden. Einen kleinen Garten haben und selber Obst und Gemüse anzubauen ist jedenfalls schonmal ein fester Plan für die (fernere) Zukunft!
Nachtrag: Mit den beiden kurzen Hosen schaffe ich es seit langen mal wieder bei "RUMS" mitzumachen. Darüber hinaus habe ich eine ganz wichtige und meinerseits sehr regelmäßige Konsumentscheidung vergessen zu erwähnen - ich kaufe, schreibe und verschicke oft und gerne Postkarten und kann kaum an Postkartenständern vorbeigehen ohne sie einmal durchzusehen. Außerdem steht bevor am Wochenende die nächste große Radtour startet der Gang in den Radladen an um einen neuen Ersatzschlauch zu besorgen. In der Großstadt muss man wirklich höllisch gut auf Scherben aufpassen…
Bei der neuen Trinkflasche bin ich da weniger überzeugt, aber zumindest ist sie BPA frei, laut Hersteller quasi unkaputtbar, also hoffentlich langlebig, wurde in den USA und aus recycelten Materialien hergestellt. 9.95€ hat sie gekostet und auch wenn Globetrotter für mich ein Laden, gefüllt mit gefühlt tausend Dingen, die absolut praktisch/brauchbar/zweckmäßig/… erscheinen ist, bin ich bei der Flasche geblieben und habe alles andere links und rechts liegen gelassen. Fiel mir besonders schwer bei dem Regal mit „Snack Insects“, 2.5g getrocknete Heuschrecke oder Mehlwürmer, ungewürzt, Zubereitungshinweis: siehe Rückseite, Preis: 6.95€. Da begab ich mich lieber auf den Weg zurück in meine derzeitige Unterkunft und damit ins Beerenparadies, hier haben wir Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren direkt vor der Haustür, sie warten nur darauf gepflückt zu werden. Einen kleinen Garten haben und selber Obst und Gemüse anzubauen ist jedenfalls schonmal ein fester Plan für die (fernere) Zukunft!
Nachtrag: Mit den beiden kurzen Hosen schaffe ich es seit langen mal wieder bei "RUMS" mitzumachen. Darüber hinaus habe ich eine ganz wichtige und meinerseits sehr regelmäßige Konsumentscheidung vergessen zu erwähnen - ich kaufe, schreibe und verschicke oft und gerne Postkarten und kann kaum an Postkartenständern vorbeigehen ohne sie einmal durchzusehen. Außerdem steht bevor am Wochenende die nächste große Radtour startet der Gang in den Radladen an um einen neuen Ersatzschlauch zu besorgen. In der Großstadt muss man wirklich höllisch gut auf Scherben aufpassen…
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