Ich habe ganz vergessen, dass ich mit dem letzten Beitrag über meine Konsumgedanken auch bei der Linkparade „Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben.“ mitmachen wollte. Aber das hole ich nun mit dem folgenden nach. Weil ich nicht wirklich gut mit kurzen Hosen ausgestattet war, aber noch zwei lange und etwas zu weite leichte Sommerhosen im Schrank hatte, habe ich vor kurzem kurzerhand noch einmal die Methode „Bund ab - Bündchen ran“ zunutze gemacht und die beiden langen zu kurzen Hosen umfunktioniert. Ich trenne dafür den Bund ab und die Schrittnaht auf und schneide ein Stück raus, so dass die Nähe des Eingriffs nicht mehr wesentlich stören. Dann nähe ich zuerst die Beine wieder zusammen und zuletzt das Bündchen an. Äußerst bequem und gefühlsmäßig einfach und nachhaltig :-)
Bei der neuen Trinkflasche bin ich da weniger überzeugt, aber zumindest ist sie BPA frei, laut Hersteller quasi unkaputtbar, also hoffentlich langlebig, wurde in den USA und aus recycelten Materialien hergestellt. 9.95€ hat sie gekostet und auch wenn Globetrotter für mich ein Laden, gefüllt mit gefühlt tausend Dingen, die absolut praktisch/brauchbar/zweckmäßig/… erscheinen ist, bin ich bei der Flasche geblieben und habe alles andere links und rechts liegen gelassen. Fiel mir besonders schwer bei dem Regal mit „Snack Insects“, 2.5g getrocknete Heuschrecke oder Mehlwürmer, ungewürzt, Zubereitungshinweis: siehe Rückseite, Preis: 6.95€. Da begab ich mich lieber auf den Weg zurück in meine derzeitige Unterkunft und damit ins Beerenparadies, hier haben wir Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren direkt vor der Haustür, sie warten nur darauf gepflückt zu werden. Einen kleinen Garten haben und selber Obst und Gemüse anzubauen ist jedenfalls schonmal ein fester Plan für die (fernere) Zukunft!
Nachtrag: Mit den beiden kurzen Hosen schaffe ich es seit langen mal wieder bei "RUMS" mitzumachen. Darüber hinaus habe ich eine ganz wichtige und meinerseits sehr regelmäßige Konsumentscheidung vergessen zu erwähnen - ich kaufe, schreibe und verschicke oft und gerne Postkarten und kann kaum an Postkartenständern vorbeigehen ohne sie einmal durchzusehen. Außerdem steht bevor am Wochenende die nächste große Radtour startet der Gang in den Radladen an um einen neuen Ersatzschlauch zu besorgen. In der Großstadt muss man wirklich höllisch gut auf Scherben aufpassen…
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Donnerstag, 30. Juli 2015
Donnerstag, 12. März 2015
Bulli Pulli
Noch ein RUMS-Beitrag, noch ein Pullover und zu diesem gibt es auch wieder ein bisschen was zu erzählen. Im Sommer 2012 habe ich mit einer Freundin einen Roadtrip gemacht. Ganz stilecht - in einem VW T3 mit Campingausstattung, den wir uns damals in Berlin gemietet haben, um von dort aus über Belgien und Holland zum Surfen an die französische Atlantikküste zu fahren. Eine tolle Erfahrung, wir sind ganz ohne Campingplätze und damit wirklich ohne jeglichen „Komfort“ oder gar „Luxus“ ausgekommen, haben festgestellt wie wenig es ist, was man letztlich zum leben braucht und gelernt, wie frei ein solcher Minimalismus und eine derartige Art zu reisen machen kann. Und wie viel Spaß natürlich!
Die Faszination, die vom Reisen und Campen in (vor allem den „alten“) VW Bussen ausgeht, kann wahrscheinlich fast jeder nachvollziehen, der es einmal ausprobiert hat. Und auch wenn ich seitdem bislang nicht mehr die Möglichkeit hatte, noch einmal mit einem Bus loszufahren, kann ich nur schlecht an Dingen vorbeigehen, die damit zutun haben, ohne zumindest einen (wehmütigen) Blick darauf zu werfen. So musste auch ein Stückchen von dem Vans-Jersey von Lillestoff mit in den Warenkorb, als ich dort bestellt habe. Einigermaßen dezent eingesetzt in Tasche und Kapuze, finde ich, das geht auch für erwachsene Bulli-Fans! :-)
Sich bewusst in einem fertigen Kleidungsstück fotografieren lassen, finde ich nach wie vor ziemlich seltsam, was wohl auch die verkrampfte Haltung erklärt und richtig zufriedenstellen tun mich die Ergebnisse in der Regel auch nicht. Das mit den Bildern hier ist also definitiv noch zu optimieren. Beim Nähen habe ich das Gefühl nach und nach dazu zu lernen. Zwar bin ich auch mit diesem Pullover nicht hundertprozentig zufrieden, aber die abgesteppten Nähte gefallen mir gut, die Kapuze sitzt wesentlich besser, als beim ersten und ganz mutig habe ich mich bei den vorderen Ärmelnähten sogar an einer "Fake Paspel" nach diesem Tutorial versucht und auch diese doppelt (allerdings ziemlich unsauber) abgesteppt :D
Die Faszination, die vom Reisen und Campen in (vor allem den „alten“) VW Bussen ausgeht, kann wahrscheinlich fast jeder nachvollziehen, der es einmal ausprobiert hat. Und auch wenn ich seitdem bislang nicht mehr die Möglichkeit hatte, noch einmal mit einem Bus loszufahren, kann ich nur schlecht an Dingen vorbeigehen, die damit zutun haben, ohne zumindest einen (wehmütigen) Blick darauf zu werfen. So musste auch ein Stückchen von dem Vans-Jersey von Lillestoff mit in den Warenkorb, als ich dort bestellt habe. Einigermaßen dezent eingesetzt in Tasche und Kapuze, finde ich, das geht auch für erwachsene Bulli-Fans! :-)
Sich bewusst in einem fertigen Kleidungsstück fotografieren lassen, finde ich nach wie vor ziemlich seltsam, was wohl auch die verkrampfte Haltung erklärt und richtig zufriedenstellen tun mich die Ergebnisse in der Regel auch nicht. Das mit den Bildern hier ist also definitiv noch zu optimieren. Beim Nähen habe ich das Gefühl nach und nach dazu zu lernen. Zwar bin ich auch mit diesem Pullover nicht hundertprozentig zufrieden, aber die abgesteppten Nähte gefallen mir gut, die Kapuze sitzt wesentlich besser, als beim ersten und ganz mutig habe ich mich bei den vorderen Ärmelnähten sogar an einer "Fake Paspel" nach diesem Tutorial versucht und auch diese doppelt (allerdings ziemlich unsauber) abgesteppt :D
Donnerstag, 29. Januar 2015
Aller guten Dinge sind drei?
Ich weiß ja nicht, was ich von solchen Sprüchen halte. Wie ist dieser überhaupt zu interpretieren? Gut kann nur sein, was drei mal ausgeführt wurde? Oder ist immer erst das dritte mal erfolgsversprechend? Wäre es jedenfalls die Regel, dass man eine jede Sache stets drei mal wiederholen müsste, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten, wäre das Leben ganz schön einfach. Ist es aber nicht und ich glaube es gehört mehr als dazu, das ein oder andere zehn, zwanzig, vielleicht sogar hunderte Male zu probieren.
Es gibt sogar wissenschaftliche Theorien zu diesem Thema. Als solche unterstellt die „10.000 Stunden Regel“ beispielsweise die Hypothese, ein jeder könne „Profi“ in jeglichem Bereich werden, wenn er sich nur 10.000 Stunden mit der entsprechenden Materie befasst. Inwiefern diese Aussage beim Nähen zu bestätigen ist, kann ich bislang nicht beurteilen. Und ob es andere Dinge gibt, welche ich bereits 10.000 Stunden ausgeübt habe (offensichtlich ohne es bis auf Weltklasseniveau zu bringen), weiß ich leider auch nicht. Vermutlich ist dies nicht der Fall, 10.000 Stunden sind doch ganz schön viel und erfordern eine Menge Ausdauer. 3-4 Stunden am Tag Beschäftigung mit seinem Expertengebiet rund 300 Tage pro Jahr und man ist in ca. 10 Jahren fertig… Wobei natürlich nicht allein die Stunden abzusitzen sind, sondern auch Motivation zu lernen und der Drang sich zu verbessern vorhanden sein müssen und - und das ist vielleicht weniger für den Erfolg, vielmehr jedoch für das psychische Wohlbefinden und die Überzeugung der Sinnhaftigkeit des ganzen Lernprozesses entscheidend - man das was man tut gerne tun sollte.
Herauszufinden was das ist, welcher Bereich, welche Tätigkeit mich in meinem Leben derart viele Stunden begleiten wird, dass ich diese als Beruf ausüben, vielleicht als Berufung ansehen und sie irgendwann, vielleicht nicht auf Weltklasseniveau, aber doch zumindest so gut vollbringen werde, dass ich damit ein wenig Geld verdiene und vor allem mit dem Ergebnis und dadurch auch mit mir selber zufrieden sein kann - das wünsche ich mir für die (nähere) Zukunft.
Beim Nähen halten sich die Ambitionen in Richtung Professionalität in Grenzen. Ich bin zwar kritisch, sehe krumme oder nicht sauber aufeinander treffende Nähte und merke, dass es nicht so einfach ist Kleidung zu nähen, die mir wirklich hundertprozentig passt und gefällt, aber im Großen und Ganzen freue ich mich trotzdem über die ersten entstandenen Werke. Und vielleicht soll „Aller guten Dinge sind drei“ ja auch nur motivieren nicht nach den ersten missglückten Versuchen aufzugeben. Falls dem so ist, habe ich wohl alles richtig gemacht und einen dritten Pullover genäht. Wieder einen MiroLady, an die Bauchtasche habe ich mich noch nicht getraut, aber die Teilung des Ärmels habe ich übernommen, dieses Mal sogar teilweise abgesteppt (was war ich nervös von außen sichtbare Nähte zu nähen! :D) und auch die Kapuze ist mir besser gelungen als beim ersten Versuch. Deswegen traue ich mich auch den Pulli ganz stolz wieder beim RUMS zu zeigen und weil alle Stoffe von Lillestoff (Sweat rauchblau, Sweat senfgelb, Jersey Pluma) sind außerdem bei Ich näh Bio. Und nun? Vielleicht ja mal eine Hose versuchen… oder auch drei :-)
Es gibt sogar wissenschaftliche Theorien zu diesem Thema. Als solche unterstellt die „10.000 Stunden Regel“ beispielsweise die Hypothese, ein jeder könne „Profi“ in jeglichem Bereich werden, wenn er sich nur 10.000 Stunden mit der entsprechenden Materie befasst. Inwiefern diese Aussage beim Nähen zu bestätigen ist, kann ich bislang nicht beurteilen. Und ob es andere Dinge gibt, welche ich bereits 10.000 Stunden ausgeübt habe (offensichtlich ohne es bis auf Weltklasseniveau zu bringen), weiß ich leider auch nicht. Vermutlich ist dies nicht der Fall, 10.000 Stunden sind doch ganz schön viel und erfordern eine Menge Ausdauer. 3-4 Stunden am Tag Beschäftigung mit seinem Expertengebiet rund 300 Tage pro Jahr und man ist in ca. 10 Jahren fertig… Wobei natürlich nicht allein die Stunden abzusitzen sind, sondern auch Motivation zu lernen und der Drang sich zu verbessern vorhanden sein müssen und - und das ist vielleicht weniger für den Erfolg, vielmehr jedoch für das psychische Wohlbefinden und die Überzeugung der Sinnhaftigkeit des ganzen Lernprozesses entscheidend - man das was man tut gerne tun sollte.
Herauszufinden was das ist, welcher Bereich, welche Tätigkeit mich in meinem Leben derart viele Stunden begleiten wird, dass ich diese als Beruf ausüben, vielleicht als Berufung ansehen und sie irgendwann, vielleicht nicht auf Weltklasseniveau, aber doch zumindest so gut vollbringen werde, dass ich damit ein wenig Geld verdiene und vor allem mit dem Ergebnis und dadurch auch mit mir selber zufrieden sein kann - das wünsche ich mir für die (nähere) Zukunft.
Beim Nähen halten sich die Ambitionen in Richtung Professionalität in Grenzen. Ich bin zwar kritisch, sehe krumme oder nicht sauber aufeinander treffende Nähte und merke, dass es nicht so einfach ist Kleidung zu nähen, die mir wirklich hundertprozentig passt und gefällt, aber im Großen und Ganzen freue ich mich trotzdem über die ersten entstandenen Werke. Und vielleicht soll „Aller guten Dinge sind drei“ ja auch nur motivieren nicht nach den ersten missglückten Versuchen aufzugeben. Falls dem so ist, habe ich wohl alles richtig gemacht und einen dritten Pullover genäht. Wieder einen MiroLady, an die Bauchtasche habe ich mich noch nicht getraut, aber die Teilung des Ärmels habe ich übernommen, dieses Mal sogar teilweise abgesteppt (was war ich nervös von außen sichtbare Nähte zu nähen! :D) und auch die Kapuze ist mir besser gelungen als beim ersten Versuch. Deswegen traue ich mich auch den Pulli ganz stolz wieder beim RUMS zu zeigen und weil alle Stoffe von Lillestoff (Sweat rauchblau, Sweat senfgelb, Jersey Pluma) sind außerdem bei Ich näh Bio. Und nun? Vielleicht ja mal eine Hose versuchen… oder auch drei :-)
Donnerstag, 22. Januar 2015
Wiederholungstat
Nochmal Nähkurs - nochmal Pullover! Ich bin in dem Bereich aber auch wirklich nicht besonders gut versorgt und trage vielmehr seit etlichen Monaten intensiv zwei bis drei Lieblingspullis, was insbesondere dahingehend eine Herausforderung ist, dass dieses Prozedere auf die familieninterne Waschlogistik abgestimmt werden muss. Gegen ein paar neue Pullover im Regal ist also nichts einzuwenden, den letzten habe ich tatsächlich im November 2013 gekauft und seitdem zwar immer mal wieder hier und da etwas anprobiert, ein Modell das mir wirklich gefällt jedoch nicht mehr gefunden. Vielleicht auch deswegen reizt mich das Selbernähen. Gerade wenn man einen doch etwas ungewöhnlichen eigenen Stil hat (kann ich mich trauen das „Stil“ zu nennen? :D), ist es doch eine tolle Möglichkeit, ganz den eigenen Geschmack zu treffen. Vorausgesetzt natürlich man bringt die notwendige Fertigkeit mit.
In meinem Fall hat sich der Nähkurs jedenfalls gelohnt - alleine hätte ich mich ans Pullover nähen nicht getraut, schon gar nicht an einen mit Kapuze! Aber ganz motiviert und zuversichtlich durch die Erfahrung des ersten Versuchs, habe ich das Schnittmuster und die Anleitung zum Hoodie MiroLady gekauft, ausgedruckt, zugeschnitten und mich beim zweiten Kurstermin ans Werk gemacht. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass die im Internet bestellte Stoffkombination nicht mehr rechtzeitig angekommen ist und ich erstmal einen „Probemiro“ aus am Tag vorher im begrenzten Angebot des örtlichen Stoffgeschäfts gefundenen Stoffen genäht habe. So sehe ich über die etwas schiefe Naht am Kragen und darüber, dass der Pulli wohl insgesamt ein wenig schmaler und kürzer sein dürfte hinweg und lasse mir beim nächsten und letzten mal noch erklären, wie ich den Schnitt anpassen und die Kapuze sauber einnähen kann. Vielleicht schaffe ich den zweiten Miro ja sogar schon bis zum RUMS nächste Woche.
In meinem Fall hat sich der Nähkurs jedenfalls gelohnt - alleine hätte ich mich ans Pullover nähen nicht getraut, schon gar nicht an einen mit Kapuze! Aber ganz motiviert und zuversichtlich durch die Erfahrung des ersten Versuchs, habe ich das Schnittmuster und die Anleitung zum Hoodie MiroLady gekauft, ausgedruckt, zugeschnitten und mich beim zweiten Kurstermin ans Werk gemacht. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass die im Internet bestellte Stoffkombination nicht mehr rechtzeitig angekommen ist und ich erstmal einen „Probemiro“ aus am Tag vorher im begrenzten Angebot des örtlichen Stoffgeschäfts gefundenen Stoffen genäht habe. So sehe ich über die etwas schiefe Naht am Kragen und darüber, dass der Pulli wohl insgesamt ein wenig schmaler und kürzer sein dürfte hinweg und lasse mir beim nächsten und letzten mal noch erklären, wie ich den Schnitt anpassen und die Kapuze sauber einnähen kann. Vielleicht schaffe ich den zweiten Miro ja sogar schon bis zum RUMS nächste Woche.
Donnerstag, 15. Januar 2015
Premiere
Wie oft im Leben macht man eigentlich etwas zum ersten Mal? Und an wieviele dieser ersten Male erinnert man sich bewusst? Mit Sicherheit an so einige - und mit Sicherheit an ebenso viele nicht. Was auch nicht wirklich schlimm ist, denn wo kämen wir hin, würden wir alles, was wir erleben wirklich bewusst wahrnehmen und uns daran erinnern… Und dennoch, ein ganzer Haufen erste Male wird dem ein oder anderen ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Musikalischer Tipp an dieser Stelle: „Das erste Mal“ von Reinhard Mey :-)
An das erste Mal, dass ich in den unendlichen Weiten des Internets auf einen der unzähligen Nähblogs gestoßen bin, kann ich mich nicht mehr erinnern. Es müsste irgendwann im November oder Dezember 2013 gewesen sein - ich bin durch Zufall bei Youtube auf eine Anleitung zum Nähen einer Tablettasche gestoßen, hatte mir kurz zuvor eines gekauft und weil das Nähen der Tasche so einfach aussah, entstaubte ich Mamas Nähmaschine und versuchte völlig unbedarft mein Glück. Dass das Video und diese Tasche (der erste Versuch missglückte vollkommen, der zweite war einigermaßen annehmbar und die dritte nach selbiger Anleitung entstandene Tasche benutzte ich tatsächlich bis im Sommer die gehäkelte entstand) entscheidend zur Entstehung der Lust das Nähen zu lernen beitrugen, weiß ich noch, wie ich zum Blogs lesen kam, kann ich jedoch tatsächlich nicht sagen. Aber die Fähigkeit Kleidung ganz nach den eigenen Vorstellungen und Vorlieben selber nähen zu können, reizte und beeindruckte mich.
Getraut das ganze selber mal zu versuchen, habe ich mich trotzdem lange nicht. Vielmehr habe ich Stunden damit verbracht, gedanklich Schnittmuster auszusuchen, die ich ausprobieren würde, wenn… Stoffe, die ich verwenden/kombinieren könnte, wenn… theoretisch war mein Schrank schon prall gefüllt mit selbst genähtem :-D Zum Glück habe ich zu Weihnachten einen Gutschein für einen Nähkurs geschenkt bekommen, wer weiß wie lange die Geschichte dieses ersten Males sonst noch gedauert hätte! Unter fachkundiger Anleitung und mit einem anfängertauglichen Schnitt - ALICE von Prülla - entstand mein erster selbstgenähter Pullover.
Ganz schön ungewohnt sich dann „für den Blog“ darin fotografieren zu lassen. Und ich muss zugeben, hundertprozentig zufrieden bin ich nicht. Bei der Kombination des dunkelgrauen Sweat mit dem Jersey „Fly me to Paradise“, den ich ohne konkrete Nähidee einfach mal gekauft hatte, schwanke ich zwischen „gefällt mir“ und „gefällt mir nicht“. Und während ich die Fledermausärmel unheimlich gemütlich finde, ist mir der Ausschnitt letztendlich doch etwas zu weit (und ich besitze vor allem nicht geeignetes zum drunter ziehen). Das hätte man vermutlich alles vorher wissen bzw. einschätzen können und vermutlich könnte man den Ausschnitt auch irgendwie enger nähen, aber es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und ein bisschen Luft nach oben schadet doch auch nichts. Sechs von neun Stunden Nähkurs liegen jedenfalls noch vor mir und mich juckt es schon in den Fingern (und im Fuß natürlich) diesen ersten Pullover nicht den einzigen bleiben zu lassen.
Verlinkt bei: RUMS, Erstlingswerke
An das erste Mal, dass ich in den unendlichen Weiten des Internets auf einen der unzähligen Nähblogs gestoßen bin, kann ich mich nicht mehr erinnern. Es müsste irgendwann im November oder Dezember 2013 gewesen sein - ich bin durch Zufall bei Youtube auf eine Anleitung zum Nähen einer Tablettasche gestoßen, hatte mir kurz zuvor eines gekauft und weil das Nähen der Tasche so einfach aussah, entstaubte ich Mamas Nähmaschine und versuchte völlig unbedarft mein Glück. Dass das Video und diese Tasche (der erste Versuch missglückte vollkommen, der zweite war einigermaßen annehmbar und die dritte nach selbiger Anleitung entstandene Tasche benutzte ich tatsächlich bis im Sommer die gehäkelte entstand) entscheidend zur Entstehung der Lust das Nähen zu lernen beitrugen, weiß ich noch, wie ich zum Blogs lesen kam, kann ich jedoch tatsächlich nicht sagen. Aber die Fähigkeit Kleidung ganz nach den eigenen Vorstellungen und Vorlieben selber nähen zu können, reizte und beeindruckte mich.
Getraut das ganze selber mal zu versuchen, habe ich mich trotzdem lange nicht. Vielmehr habe ich Stunden damit verbracht, gedanklich Schnittmuster auszusuchen, die ich ausprobieren würde, wenn… Stoffe, die ich verwenden/kombinieren könnte, wenn… theoretisch war mein Schrank schon prall gefüllt mit selbst genähtem :-D Zum Glück habe ich zu Weihnachten einen Gutschein für einen Nähkurs geschenkt bekommen, wer weiß wie lange die Geschichte dieses ersten Males sonst noch gedauert hätte! Unter fachkundiger Anleitung und mit einem anfängertauglichen Schnitt - ALICE von Prülla - entstand mein erster selbstgenähter Pullover.
Ganz schön ungewohnt sich dann „für den Blog“ darin fotografieren zu lassen. Und ich muss zugeben, hundertprozentig zufrieden bin ich nicht. Bei der Kombination des dunkelgrauen Sweat mit dem Jersey „Fly me to Paradise“, den ich ohne konkrete Nähidee einfach mal gekauft hatte, schwanke ich zwischen „gefällt mir“ und „gefällt mir nicht“. Und während ich die Fledermausärmel unheimlich gemütlich finde, ist mir der Ausschnitt letztendlich doch etwas zu weit (und ich besitze vor allem nicht geeignetes zum drunter ziehen). Das hätte man vermutlich alles vorher wissen bzw. einschätzen können und vermutlich könnte man den Ausschnitt auch irgendwie enger nähen, aber es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und ein bisschen Luft nach oben schadet doch auch nichts. Sechs von neun Stunden Nähkurs liegen jedenfalls noch vor mir und mich juckt es schon in den Fingern (und im Fuß natürlich) diesen ersten Pullover nicht den einzigen bleiben zu lassen.
Verlinkt bei: RUMS, Erstlingswerke
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Leistung, Lob und Anerkennung
Das Thema Leistung und wie wir in unserer Gesellschaft damit beispielsweise über das Äußern von Lob und Anerkennung umgehen, beschäftigt mich schon länger. Erbrachte Leistungen in jeglichen Bereichen, Schule, Studium, Beruf, aber auch Freizeit und Familie, sind oft verbunden mit Rückmeldungen, Urteilen oder Bewertungen. Vielleicht zu oft?
Prinzipiell ist das Erbringen einer Leistung doch zunächst erst mal etwas Positives und in der Regel auch mit entsprechend guten Gefühlen verbunden. Dem Gefühl etwas geschafft zu haben. Stolz darauf zu sein, eine bestimmte Fähigkeit zu besitzen und sich diese zu nutze gemacht zu haben. Und wünschenswert wäre wohl auch eine Verbundenheit mit dem Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben.
Ich frage mich manchmal, in welchem Umfang diese Gefühle intrinsisch, also lediglich, weil man selber mit sich und seiner Leistung zufrieden ist, entstehen und wie groß der Anteil der Auswirkung von Reaktionen der Umwelt auf die Gefühlslage des Leistenden ist. Verspürt man nicht oft noch deutlich mehr Stolz und Freude über die Dinge, wenn sie von anderen bewundert, gelobt oder einem hoch angerechnet werden? Und wenn ja, ist das sinnvoll? Sollte es nicht viel mehr so sein, dass einen die eigenen Leistungen von innen heraus befriedigen, man mit sich und seinen Tätigkeiten derart im Reinen ist, dass diese einen erfüllen und stolz machen, ohne dass es einer Bestätigung von Außen bedarf?
Mir fällt es momentan schwer Lob und Bewunderung überhaupt noch anzunehmen, weil mir genau dieser Aspekt abhanden gekommen ist. Ich erbringe zwar scheinbar Leistungen, die andere auch als solche anerkennen, auf die ich selber aber nicht stolz bin und die mich nicht erfüllen. Deswegen kann ich es so gar nicht leiden, dafür Bestätigung zu bekommen, gelobt, bewundert oder positiv beurteilt zu werden. Ich bin mit diesen Tätigkeiten und mir selbst oft so völlig im Unreinen, dass sie für mich auch keine Leistungen darstellen. Im Gegenteil, ich komme mir oft ziemlich blöd und lächerlich vor und habe das Gefühl, ich müsste jeden Moment aufhören und etwas vollkommen Anderes tun. Aber dann weiß ich eben nicht, was ich tun soll, was ich überhaupt will, was mich ausmacht und worüber ich mich - ganz unabhängig von Urteilen, Einschätzungen, Erwartungen und Rückmeldung anderer - definiere...
Eine solche „Scheinleistung“ ist das Studium. Heute habe ich meine Abschlussarbeit angemeldet. Und trotz Angst vor der Leere danach, verspüre den Drang, die Sache zu beenden. Wohl weniger, weil ich etwas Neues beginnen will (ich weiß ja nicht was), aber vielleicht in der Hoffnung etwas Neues beginnen zu müssen, wenn es erstmal so weit ist.
Auch für die handwerklichen Dinge werde ich oft gelobt und eigentlich freue ich mich in diesem Fall darüber. Aber auch hierbei tut sich ein Teil von mir schwer, das anzunehmen und die Freude zuzulassen, stellen vor allem das Häkeln und Stricken doch Tätigkeiten dar, die mir nicht selten nur dazu dienen, mir die Zeit zu vertreiben. Mich zu beschäftigen in Zeiten, in denen andere Menschen aktiv sind, Dinge unternehmen, Freude und Spaß am Leben haben. Wenn ich so darüber nachdenke, stehe ich dem Ganzen sehr zwiegespalten gegenüber.
Das beste Beispiel für derartiges Empfinden, ist diese Decke, die ich den Sommer über gehäkelt habe. Manchmal sicherlich drei oder sogar mehr Stunden am Tag war ich Reihe für Reihe wie besessen damit beschäftigt, mein Werk zu vollenden, einfach, weil ich mich vollkommen in das Häkeln vertiefen konnte und kaum Gefahr bestand, dass ich ins Grübeln über den Sinn des Lebens kam. Ich habe mich gefreut, als die Decke fertig war, ich bin stolz ein so großes Projekt beendet zu haben und ich bin sicher, sie wird mich im Gegensatz zu so manch einer gekauften Decke viele (insbesondere hoffentlich auch noch fröhlichere) Jahre begleiten. Aber wenn andere überschwänglich Begeisterung über die ganze Sache geäußert haben, konnte ich wenig damit anfangen und auch wenn ich nach Veröffentlichen dieses Beitrages den Rest des Abends mit Häkeln oder Stricken verbringen werde, werde ich mich fragen, ob das nun etwas Gutes oder Schlechtes, Falsches oder Richtiges ist und mich ein wenig darüber ärgern, dass ich mir nicht einfach mal „Das ist jetzt eben so.“ sagen und die Situation vollkommen wertfrei annehmen kann.
Über positive Rückmeldungen auf diesen Blogeintrag werde ich mich sicherlich dennoch freuen und verlinke die Decke daher beim heutigen RUMS und der Häkelliebe im Dezember :-)
Prinzipiell ist das Erbringen einer Leistung doch zunächst erst mal etwas Positives und in der Regel auch mit entsprechend guten Gefühlen verbunden. Dem Gefühl etwas geschafft zu haben. Stolz darauf zu sein, eine bestimmte Fähigkeit zu besitzen und sich diese zu nutze gemacht zu haben. Und wünschenswert wäre wohl auch eine Verbundenheit mit dem Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben.
Ich frage mich manchmal, in welchem Umfang diese Gefühle intrinsisch, also lediglich, weil man selber mit sich und seiner Leistung zufrieden ist, entstehen und wie groß der Anteil der Auswirkung von Reaktionen der Umwelt auf die Gefühlslage des Leistenden ist. Verspürt man nicht oft noch deutlich mehr Stolz und Freude über die Dinge, wenn sie von anderen bewundert, gelobt oder einem hoch angerechnet werden? Und wenn ja, ist das sinnvoll? Sollte es nicht viel mehr so sein, dass einen die eigenen Leistungen von innen heraus befriedigen, man mit sich und seinen Tätigkeiten derart im Reinen ist, dass diese einen erfüllen und stolz machen, ohne dass es einer Bestätigung von Außen bedarf?
Mir fällt es momentan schwer Lob und Bewunderung überhaupt noch anzunehmen, weil mir genau dieser Aspekt abhanden gekommen ist. Ich erbringe zwar scheinbar Leistungen, die andere auch als solche anerkennen, auf die ich selber aber nicht stolz bin und die mich nicht erfüllen. Deswegen kann ich es so gar nicht leiden, dafür Bestätigung zu bekommen, gelobt, bewundert oder positiv beurteilt zu werden. Ich bin mit diesen Tätigkeiten und mir selbst oft so völlig im Unreinen, dass sie für mich auch keine Leistungen darstellen. Im Gegenteil, ich komme mir oft ziemlich blöd und lächerlich vor und habe das Gefühl, ich müsste jeden Moment aufhören und etwas vollkommen Anderes tun. Aber dann weiß ich eben nicht, was ich tun soll, was ich überhaupt will, was mich ausmacht und worüber ich mich - ganz unabhängig von Urteilen, Einschätzungen, Erwartungen und Rückmeldung anderer - definiere...
Eine solche „Scheinleistung“ ist das Studium. Heute habe ich meine Abschlussarbeit angemeldet. Und trotz Angst vor der Leere danach, verspüre den Drang, die Sache zu beenden. Wohl weniger, weil ich etwas Neues beginnen will (ich weiß ja nicht was), aber vielleicht in der Hoffnung etwas Neues beginnen zu müssen, wenn es erstmal so weit ist.
Auch für die handwerklichen Dinge werde ich oft gelobt und eigentlich freue ich mich in diesem Fall darüber. Aber auch hierbei tut sich ein Teil von mir schwer, das anzunehmen und die Freude zuzulassen, stellen vor allem das Häkeln und Stricken doch Tätigkeiten dar, die mir nicht selten nur dazu dienen, mir die Zeit zu vertreiben. Mich zu beschäftigen in Zeiten, in denen andere Menschen aktiv sind, Dinge unternehmen, Freude und Spaß am Leben haben. Wenn ich so darüber nachdenke, stehe ich dem Ganzen sehr zwiegespalten gegenüber.
Das beste Beispiel für derartiges Empfinden, ist diese Decke, die ich den Sommer über gehäkelt habe. Manchmal sicherlich drei oder sogar mehr Stunden am Tag war ich Reihe für Reihe wie besessen damit beschäftigt, mein Werk zu vollenden, einfach, weil ich mich vollkommen in das Häkeln vertiefen konnte und kaum Gefahr bestand, dass ich ins Grübeln über den Sinn des Lebens kam. Ich habe mich gefreut, als die Decke fertig war, ich bin stolz ein so großes Projekt beendet zu haben und ich bin sicher, sie wird mich im Gegensatz zu so manch einer gekauften Decke viele (insbesondere hoffentlich auch noch fröhlichere) Jahre begleiten. Aber wenn andere überschwänglich Begeisterung über die ganze Sache geäußert haben, konnte ich wenig damit anfangen und auch wenn ich nach Veröffentlichen dieses Beitrages den Rest des Abends mit Häkeln oder Stricken verbringen werde, werde ich mich fragen, ob das nun etwas Gutes oder Schlechtes, Falsches oder Richtiges ist und mich ein wenig darüber ärgern, dass ich mir nicht einfach mal „Das ist jetzt eben so.“ sagen und die Situation vollkommen wertfrei annehmen kann.
Über positive Rückmeldungen auf diesen Blogeintrag werde ich mich sicherlich dennoch freuen und verlinke die Decke daher beim heutigen RUMS und der Häkelliebe im Dezember :-)
Donnerstag, 27. November 2014
Tapetenwechsel
Noch ein Tapestry Crochet Werk - diese Tablethülle ist noch vor der Laptoptasche entstanden. Größtenteils habe ich sie mir im Urlaub gehäkelt, der nun auch schon wieder zwei Monate zurück liegt. Ich tue nicht viel momentan und die Tage vergehen manchmal zäher als Tapetenkleister, aber dennoch, denke ich mich zwei Monate zurück, habe ich das Gefühl die Zeit rinnt mir durch die Finger. Wohl, weil ich der Meinung bin, ich müsste sie so viel besser nutzen, irgendetwas anfangen mit mir und meinem Leben, anstatt mich jeden Tag den gleichen Abläufen und Gewohnheiten hinzugeben und doch nichts zu ändern.
Wie schafft man es Gewohnheiten zu entkommen, sich frei zu machen von ritualisierten, fest eingebrannten Handlungen und Denk- und Verhaltensweisen? Ein Tapetenwechsel kann helfen und der Urlaub war natürlich eine besonders schöne Form eines ebensolchen. Obwohl ich Angst davor hatte dem Ganzen aufgrund meiner doch eher schlechten Verfassung nicht gerecht zu werden, hat sich der Urlaub definitiv gelohnt. Nicht nur, dass das Häkeln bei strahlendem Sonnenschein an teilweise nahezu menschenleeren Stränden noch so viel mehr Spaß machen kann als hier zuhause, auch so einige der gewohnten Gewohnheiten konnte ich während des Fluges ins südwestlichste Eck Europas scheinbar hinter mir lassen. Ziemlich logisch eigentlich, stehen nicht wenige doch in engem Zusammenhang mit der Wohnung bzw. dem Ort, in dem ich lebe oder den Menschen, die mich umgeben und begleiten, also schlicht der Situation, der mein Handeln unterliegt und dem Umfeld, dass wiederum dieser zugrunde liegt. Ändert sie sich, fällt es entweder entscheidend leichter oder ist sogar unumgänglich auch den teilweise so nutzlosen, unsinnigen oder gar schädlichen festgefahrenen Verhaltensmustern zu entkommen.
Ist ein Tapetenwechsel also der Schlüssel zum Erfolg? Möglicherweise, doch selbst wenn, habe ich momentan nicht das Gefühl diesem in letzter Konsequenz gewachsen zu sein. Ein Urlaub für 10 Tage, ein Wochenendtrip oder mal zwei Wochen bei Verwandten unterkommen - auf Tapetenwechsel auf Zeit kann ich mich einlassen, aber die Gewissheit danach zuhause wieder den Abläufen folgen zu können, die mir auf eine absurde Art und Weise das Gefühl von Sicherheit vermitteln, die brauche ich noch.
An den Urlaub erinnere ich mich trotzdem gerne zurück und durch die Tablethülle ist diese Erinnerung sogar ein klein wenig greifbar geworden. Ein weiteres Modell habe ich als sozusagen allererste Auftragsarbeit gerade begonnen - für die Freundin, die mich im Urlaub begleitet hat. Gewünscht ist ein Muster mit Wellen und Walen. Vielleicht ja auch, um ein bisschen die Erinnerung an Sommer, Sonne, Strand und Meer ins Gedächtnis zu rufen :-) Bis die nächste Hülle gehäkelt ist, verlinke ich meine eigene erstmal beim heutigen RUMS und wie schon die Laptoptasche bei der Häkelliebe im November und zu Maritimes im Monat November passt der Post doch irgendwie auch, oder?
Donnerstag, 20. November 2014
Handyhülle und die Sache mit der modernen Kommunikation
Das mit der modernen Kommunikation ist so eine Sache. Einen Laptop und ein Handy zu besitzen, möchte ich definitiv nicht missen. Insbesondere WhatsApp oder vergleichbare Messenger-Dienste haben durchaus ihren Reiz. Die Möglichkeit auf die Schnelle kurze Nachrichten zu schicken, Verabredungen zu treffen, Einkäufe abzusprechen - und das Ganze eben nicht wie "früher" für 49cent pro SMS - erscheint mir überaus praktisch. Auch die Möglichkeit Bilder, Fotos oder Videos zu schicken und damit, auch über gewisse räumliche Entfernung hinweg, ein bisschen die kleinen Momente des Alltags in Echtzeit miteinander zu teilen, kann wirklich wertvoll und wohltuend sein. Und ebenso für die Möglichkeit entspannter und spaßiger familieninterner Kommunikation in unserer Gruppe "Familienkonferenz" , die oftmals so viel einfacher als diejenige von Angesicht zu Angesicht ist, bin ich den Entwicklern moderner Kommunikationstechnologien sehr dankbar.
Aber manchmal geht mir das Ganze zu schnell, wird mir zu oberflächlich. Ein beiläufiges "Wie geht's dir?" (selbstverständlich ohne korrekte Groß-, Klein-, Rechtschreibung und Zeichensetzung), ein in Sekunden getipptes "Gut" ... Was sagen wir uns damit schon? Manchmal möchte ich mir mehr Zeit nehmen, ausführlicher antworten, mehr erzählen. In solchen Momenten sehe ich Kurznachrichtendienste kritischer. Zumindest für mich ist das Smartphone nicht dafür gemacht, längere Texte zu verfassen. Dafür ist das Tippen zu mühsam und langwierig. Und auch die Tatsache, dass man Nachrichten nicht selten liest und antwortet während man unterwegs ist, trägt dazu bei, sich tendenziell doch eher kurz zu fassen. Nachrichten, die viele Neuigkeiten oder Fragen enthalten, bei denen ich das Gefühl habe mir mehr Zeit nehmen zu müssen, um diesen gerecht zu werden, haben mich anfangs, verbunden mit dem Gefühl der Verfasser erwartet eine recht unmittelbare Reaktion, überfordert.
Mittlerweile gehe ich etwas entspannter damit um. Lasse auch eine WhatsApp Nachricht mal ein paar Tage unbeantwortet, bis ich Zeit und Muße zum Antworten finde. Früher war das schließlich auch nicht anders. Da hat man noch Briefe und Karten geschrieben und sogar Tage und Wochen auf Rückmeldungen gewartet. Ist das nicht auch irgendwie etwas Reizvolles? Sich in Geduld üben zu müssen, dafür aber auch zu wissen, dass der Andere den Text ganz bewusst, in einem passenden ruhigen Moment und eben nicht auf die Schnelle zwischen Tür und Angel verfasst hat (das unterstelle ich der Prozedur des analogen Schreibens einfach mal).


Ich bin sehr froh innerhalb der Familie und des Freundeskreises noch einige Postkartenschreiber zu haben und ich bin ganz ehrlich: Mir fällt keine Kurznachricht ein, über die ich mich mal so gefreut habe, wie über eine Postkarte. Und umgekehrt bedeutet es mir selbst so viel mehr eine Postkarte zu schreiben als eine Kurznachricht. Es macht mir Freude, weil ich weiß, dass es auch für den Empfänger etwas nicht Alltägliches ist. Dabei muss es sich gar nicht mal immer um Ansichtskarten aus der Ferne handeln. Postkarten mit schönen Fotos oder guten Sprüchen und Gedanken kann man jederzeit und von überall aus schicken! Gerade deswegen hat es mich auch sehr gefreut zu hören ein Postkarten Set bei dieser kleinen Verlosung von schaumzucker gewonnen zu haben :-) Weil ich damit wiederum jemand anderem eine Freude machen kann.
Und da ich bis die Karten hier ankommen und ich Zeit zum schreiben finde weiterhin auch mein Handy gerne nutzen werde, habe ich mir aus den Resten der Stoffe der Notizbuchhülle noch eine Handytasche gebastelt. Inspiriert von dieser Handytasche mit Filz und einem Fach für die EC-Karte, aber ansonsten doch völlig anders geworden und daher wohl wieder ein Fall für das Kopfkino. In der Hoffnung die schiefen Nähte fallen Niemandem auf (sind natürlich alle absolut beabsichtigt!) traue ich mich außerdem zum heutigen RUMS und schaue mich dort direkt nach neuen Ideen und Inspirationen um :-)


Aber manchmal geht mir das Ganze zu schnell, wird mir zu oberflächlich. Ein beiläufiges "Wie geht's dir?" (selbstverständlich ohne korrekte Groß-, Klein-, Rechtschreibung und Zeichensetzung), ein in Sekunden getipptes "Gut" ... Was sagen wir uns damit schon? Manchmal möchte ich mir mehr Zeit nehmen, ausführlicher antworten, mehr erzählen. In solchen Momenten sehe ich Kurznachrichtendienste kritischer. Zumindest für mich ist das Smartphone nicht dafür gemacht, längere Texte zu verfassen. Dafür ist das Tippen zu mühsam und langwierig. Und auch die Tatsache, dass man Nachrichten nicht selten liest und antwortet während man unterwegs ist, trägt dazu bei, sich tendenziell doch eher kurz zu fassen. Nachrichten, die viele Neuigkeiten oder Fragen enthalten, bei denen ich das Gefühl habe mir mehr Zeit nehmen zu müssen, um diesen gerecht zu werden, haben mich anfangs, verbunden mit dem Gefühl der Verfasser erwartet eine recht unmittelbare Reaktion, überfordert.
Mittlerweile gehe ich etwas entspannter damit um. Lasse auch eine WhatsApp Nachricht mal ein paar Tage unbeantwortet, bis ich Zeit und Muße zum Antworten finde. Früher war das schließlich auch nicht anders. Da hat man noch Briefe und Karten geschrieben und sogar Tage und Wochen auf Rückmeldungen gewartet. Ist das nicht auch irgendwie etwas Reizvolles? Sich in Geduld üben zu müssen, dafür aber auch zu wissen, dass der Andere den Text ganz bewusst, in einem passenden ruhigen Moment und eben nicht auf die Schnelle zwischen Tür und Angel verfasst hat (das unterstelle ich der Prozedur des analogen Schreibens einfach mal).


Ich bin sehr froh innerhalb der Familie und des Freundeskreises noch einige Postkartenschreiber zu haben und ich bin ganz ehrlich: Mir fällt keine Kurznachricht ein, über die ich mich mal so gefreut habe, wie über eine Postkarte. Und umgekehrt bedeutet es mir selbst so viel mehr eine Postkarte zu schreiben als eine Kurznachricht. Es macht mir Freude, weil ich weiß, dass es auch für den Empfänger etwas nicht Alltägliches ist. Dabei muss es sich gar nicht mal immer um Ansichtskarten aus der Ferne handeln. Postkarten mit schönen Fotos oder guten Sprüchen und Gedanken kann man jederzeit und von überall aus schicken! Gerade deswegen hat es mich auch sehr gefreut zu hören ein Postkarten Set bei dieser kleinen Verlosung von schaumzucker gewonnen zu haben :-) Weil ich damit wiederum jemand anderem eine Freude machen kann.
Und da ich bis die Karten hier ankommen und ich Zeit zum schreiben finde weiterhin auch mein Handy gerne nutzen werde, habe ich mir aus den Resten der Stoffe der Notizbuchhülle noch eine Handytasche gebastelt. Inspiriert von dieser Handytasche mit Filz und einem Fach für die EC-Karte, aber ansonsten doch völlig anders geworden und daher wohl wieder ein Fall für das Kopfkino. In der Hoffnung die schiefen Nähte fallen Niemandem auf (sind natürlich alle absolut beabsichtigt!) traue ich mich außerdem zum heutigen RUMS und schaue mich dort direkt nach neuen Ideen und Inspirationen um :-)


Donnerstag, 13. November 2014
Strukturen und Tapestry Crochet
Manchmal sehne ich mich nach Struktur. Klaren Aufgaben, Abläufen, Gewohnheiten. Und vor allem danach, dass mir diese vorgegeben werden. Mir andauernd selbst überlegen zu müssen, was ich tue, wann und wie ich es tue, warum ich es tue und vor allem, ob ich nicht besser etwas anderes tun sollte, ist unheimlich anstrengend.
Tapestry Crochet habe ich diesen Sommer entdeckt. Es macht Spaß, denn es ist sehr systematisch. Masche für Masche einem Muster folgen, entsprechend eines festen Schemas von Farbe zu Farbe wechseln ... und am Ende ergibt alles irgendwie einen Sinn.
Nach einer Tablethülle, die ich bei Gelegenheit noch fotografieren und zeigen werde, habe ich Ende Oktober mit einer Laptoptasche begonnen, die letzte Woche fertig geworden ist. Für die Innentasche habe ich einen festen Baumwollstoff mit Bügelvlies gefüttert, diesen mit der Nähmaschine zuerst passend der Laptopgröße seitlich zusammen und letztlich von Hand in die gehäkelte Hülle genäht. Der Stoff mit den Monstern ist zwar recht kindlich, mir gefallen sie aber. Irgendwie entsteht ein netter Kontrast zu dem klar strukturierten Muster, das einem im Leben scheinbar oft alles andere als vorgegeben ist. Stattdessen irrt man in einem Labyrinth mit tausend Möglichkeiten, Wegen, Abzweigungen oder schlägt sich mit Monstern, die man sich nicht selten selbst geschaffen hat, herum.
„We stopped checking for monsters under our bed, when we realized they were inside us.“ - The Joker
Bleibt nur zu hoffen, dass zumindest ein Teil der eigenen Monsterschar zumindest annähernd so bunt und fröhlich sind, wie die im Innenstoff der Laptoptasche!
Und da ich diese allein für mich gehäkelt habe, verlinke ich mich hiermit bei den Taschen&Täschchen und bei Häkelliebe im November und zum allerersten mal beim RUMS :-)
Tapestry Crochet habe ich diesen Sommer entdeckt. Es macht Spaß, denn es ist sehr systematisch. Masche für Masche einem Muster folgen, entsprechend eines festen Schemas von Farbe zu Farbe wechseln ... und am Ende ergibt alles irgendwie einen Sinn.
Nach einer Tablethülle, die ich bei Gelegenheit noch fotografieren und zeigen werde, habe ich Ende Oktober mit einer Laptoptasche begonnen, die letzte Woche fertig geworden ist. Für die Innentasche habe ich einen festen Baumwollstoff mit Bügelvlies gefüttert, diesen mit der Nähmaschine zuerst passend der Laptopgröße seitlich zusammen und letztlich von Hand in die gehäkelte Hülle genäht. Der Stoff mit den Monstern ist zwar recht kindlich, mir gefallen sie aber. Irgendwie entsteht ein netter Kontrast zu dem klar strukturierten Muster, das einem im Leben scheinbar oft alles andere als vorgegeben ist. Stattdessen irrt man in einem Labyrinth mit tausend Möglichkeiten, Wegen, Abzweigungen oder schlägt sich mit Monstern, die man sich nicht selten selbst geschaffen hat, herum.
„We stopped checking for monsters under our bed, when we realized they were inside us.“ - The Joker
Bleibt nur zu hoffen, dass zumindest ein Teil der eigenen Monsterschar zumindest annähernd so bunt und fröhlich sind, wie die im Innenstoff der Laptoptasche!
Und da ich diese allein für mich gehäkelt habe, verlinke ich mich hiermit bei den Taschen&Täschchen und bei Häkelliebe im November und zum allerersten mal beim RUMS :-)
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