„Es geht ums Sein und nicht ums Werden.“ Noch so ein Spruch, den ich oft im Sinn habe. Dabei kann ich nicht mal eine Quelle zuordnen. Vielleicht mal irgendwo gelesen? Falls Google die Weiten des Internets zuverlässig durchsucht, dort schonmal nicht. Vielleicht aber auch nur gehört - in einem Film z.B.? Oder aber in einer der zahlreichen Therapiestunden, denen ich beisitzen durfte. Letzteres erscheint mir am wahrscheinlichsten. Vielleicht, so ganz vielleicht, stammt der Satz aber auch von mir. Die Erkenntnisse aus 100 + x Stunden tiefenpsychologischer Analyse, auf den Punkt gebracht.
Gestern habe ich über die Analogie zwischen Wetter und Emotion geschrieben (aktuell und dazu bestens passend habe ich heute diesen Cartoon entdeckt). Das Wetter als „Sein“, die Witterung als „Haben“ und das Wettergeschehen als „Werden“ und schon steht der Vergleich. Sein, Haben und Werden möchte ich heute etwas genauer betrachten. In umgekehrter Reihenfolge.
„Werden“ ist das was in unserer Gesellschaft mittlerweile einen großen Stellenwert einnimmt. Los geht es spätestens in der Schule (teilweise sogar schon viel früher, Stichwort: Frühförderung). „Kind, was soll nur aus dir werden?“ fragt Oma den 7jährigen Maxi, dessen Lehrerin ihm bescheinigt „zum wiederholten Male die Hausaufgaben vergessen“ zu haben. Und ein Jahr später dann: „Was möchtest du denn mal werden?“ Maxi sagt „Indianer“ und versteht nicht, warum Oma resigniert den Kopf schüttelt. Wir lernen, etliche Tätigkeiten und Gedanken darauf auszurichten, unser „Werden“ zu beeinflussen.
Das „Haben“ ist meist eng damit verknüpft und auch hier lernen wir oft schon früh, wie wichtig (materieller oder monetärer) Besitz ist. Die 10€, die Maxis Oma ihm für das unerwartet gute Zeugnis zusteckt, das neue Modellauto, dass er sich davon kauft oder der Lohn, den sein Vater monatlich nach harter Arbeit auf dem Konto erwartet, um sich endlich ein Motorrad zu anzuschaffen. Ist es wirklich das, was die beiden glücklich macht? Oder ist Maxi letztendlich viel zu angestrengt damit beschäftigt, das Auto vor seinem kleinen Bruder zu verteidigen, während seinem Vater bei all der Arbeit gar keine Zeit bleiben würde für die regelmäßige abendliche Motorradtour, von der er so intensiv träumt…
Warum sind wir so bedacht darauf, auf Momente hinzuarbeiten, die wir uns im Vorfeld viel zu oft viel zu anders vorstellen, als es dem tatsächlichen Erleben entsprechen würde? Warum sind wir gedanklich oft so viel mehr in der Zukunft als im Hier und Jetzt? Eine berechtigte Frage. Kindern fällt es um Längen leichter im Moment zu leben. Die Fähigkeit autobiografische Ereignisse zeitlich zu ordnen, entwickelt sich erst ab dem 8. Lebensjahr. Kausal-motivationale Kohärenz (Tun der Vergangenheit mit Resultaten bzw. Erwartungen der Zukunft zu verknüpfen) als Teil dieser zeitlichen Kohärenz entsteht im Wesentlichen zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr. Die Kinder, die ich im Kindergarten kennen lernen durfte, konnten nichts damit anfangen, wenn man ihnen versprach den großen Hängesessel "morgen" wieder aufzuhängen. Sie konnten das Glücksgefühl, dass ihnen das Schaukeln hier und jetzt brachte, gedanklich nicht an eine Aussicht auf möglicherweise kommende Umstände koppeln und auf den folgenden Tag übertragen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass echte Glücksmomente nicht planbar sind. Wenn mich das schaukeln jetzt glücklich machen würde, wer sagt, dass mir morgen dabei nicht flau im Magen oder schwindelig wird? Darüber hinaus hat ein Glücksgefühl für mich meist wenig damit zu tun, dass ich etwas „geworden“ bin oder dass ich etwas „habe“. Stattdessen kommt es kraftvoll, meistens ohne Ankündigung, oft ohne mein Zutun, manchmal sogar ohne greifbaren Grund. Immer ist es ein Gefühl des „Seins“.
So zum Beispiel Momente auf dem Fahrrad, geprägt von Entdeckung von Landschaft, Natur, Tieren, Orten, Menschen, …Oder auch meine heutige Sonntagsfreude. Seit längerem träume ich vom eigenen Gemüse- und Obstanbau, letzten Sonntag habe ich schon erwähnt, dass ich sehr spontan eingeladen wurde, in einem Schrebergarten mitzuhelfen. Heute habe ich Eimer, Schaufel und Harke in die Hand genommen und mein erstes eigenes Gemüsebeet angelegt. Völlig unbedarft, habe ich drei Stunden lang in der Erde gebuddelt, um am Ende die ersten Samen zu verteilen. Habe ich dabei an das Ergebnis gedacht? Nein, ich war so vertieft und vollkommen zufrieden mit mir selbst, dass mir der Tag und die Tätigkeit in positiver Erinnerung bleiben wird, ganz egal, ob ich in ein paar Wochen oder Monaten die Früchte meiner Arbeit ernten kann, oder nicht.
Dazu beigetragen haben viele Dinge. Die Sonnenstrahlen (womit ich die Brücke zum Wetter nochmals schlage), die Marienkäfer, Hummeln, Regenwürmer, Tausendfüßler, … die Begegnungen in und um dem Garten herum, der Weg dorthin, der Weg zurück, der Kontakt zur Erde mit Händen und Füßen. Ich bin begeistert und überzeugt vom Barfuß laufen, das habe ich bereits in meinem ersten Blogartikel erwähnt und auch der Titel des Blogs ist letztlich darauf zurückzuführen. Die Freude heute barfuß in der Erde herum zu stapfen war doppelt so groß wie ich vorher dachte und die Füße waren danach auch nur halb so dreckig wie meine Mutter im Vorfeld sicherlich befürchtet hätte. Meine Gedanken zu Werden/Haben und vor allem Sein teile ich gerne nicht nur als Freude sondern auch als Inspiration. Und an Morgen denke ich heute sicher nicht mehr!
Sonntag, 10. April 2016
Samstag, 9. April 2016
"Hinter den Wolken scheint immer die Sonne"
sagt man. Ein Postkartenspruch, den ich, entsprechend Wetter- und/oder Gefühlslage regelmäßig im Sinn habe. „Das Wetter charakterisiert den Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt“ erklärt Wikipedia, und sei damit „das augenblickliche Bild eines Vorgangs“, nämlich dem des Wettergeschehens. „Der allgemeine Charakter des Wetters über einen längeren Zeitraum betrachtet“ wird als Witterung bezeichnet.
Gefühle funktionieren ähnlich, finde ich, und wage es die Definition zu analogisieren. „Das Gefühl charakterisiert den Zustand einer Person an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt“ als „augenblickliches Bild seines Daseins“. Das Wetter als „Sein“, die Witterung als „Haben“ und das Wettergeschehen als „Werden“ und schon steht der Vergleich.
Und der Zusammenhang geht sogar noch ein Stück tiefer. Als „wetterfühlig“ bezeichnet man Menschen, die überdurchschnittlich empfindlich gegenüber Witterungserscheinungen sind. Symptome können neben körperlichen, wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, auch seelische Leiden sein. Gleichermaßen wird dem ganzen eine umgekehrte Kausalität unterstellt: Forscher behaupten, dass psychisch Beeinträchtige stärker auf Witterungsbedingungen reagieren als gesunde Menschen. Wenn das Wetter auf die Psyche schlägt und die angeknackste Psyche übersensibel auf das Wetter reagiert, ist der Teufelskreis perfekt. Ursache wird zu Wirkung, Wirkung zu Ursache und einer Verstärkung der Symptome steht nichts mehr im Wege. Am Ende weiß keiner mehr was zuerst da war: das Wetter oder die miese Stimmung?
Ich weiß nicht recht, ob ich an Wetterfühligkeit glaube. Medizinische Studien, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Wetter und Wohlbefinden nachweisen, gibt es laut Wikipedia nicht. Und ist es nicht bei jeglichen Umständen so, dass sie die Stimmung des Einen mehr und die des Anderen weniger beeinflussen?
Mich selber würde ich jedenfalls nicht als wetterfühlig bezeichnen. Momente, in denen mir das Wetter auf die Stimmung schlägt, kenne ich gut und das ist ganz unabhängig von der Ausprägung möglich. Aber ich reagiere nicht hochsensibel, sondern vielmehr äußerst wohlwollend und sehe das als Schlüssel zum Erfolg. Wenn Menschen sich über das Wetter aufregen, denke ich mir oft, es gäbe doch so viel wichtigeres in das man seine Energie stecken könnte. Ich versuche das Wetter anzunehmen wie es ist und das zunächst wertfrei. Ich kann ohnehin keinen Einfluss darauf nehmen (außer durch einen Ortswechsel, der in den seltensten Fällen spontan in ausreichendem Ausmaß machbar ist).
Die Steigerung der wertfreien Wahrnehmung ist die positive Wahrnehmung. Hier stellt mich das Wetter vor eine größere Herausforderung. Vor allem an die sintflutartigen Regenfälle, wie ich sie in dieser Regelmäßigkeit bislang an keinem Wohnort erlebt habe, musste ich mich erstmal gewöhnen. Geholfen hat die Anschaffung eines Regenponchos - meine „Investition des Monats“ im Januar. Wer nicht glaubt, dass es eine wahre Freude sein kann mit so einem Teil durch strömenden Regen zu radeln, der möge es nur einmal selbst ausprobieren. Es lohnt sich, man bleibt erstaunlich trocken und als es nach der Anschaffung das erste mal wieder in Strömen regnete, habe ich mich darüber gefreut, der Welt endlich den neuen Poncho präsentieren zu können.
Das Frühlingswetter macht es mir leicht, es positiv zu sehen. Wie wunderbar sind die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die ersten Tage, an denen ich in der Mittagspause ohne Jacke rausgehen konnte, die ersten summenden Bienen, blühenden Sträucher, zwitschernden Vögel, … Genauso gehört für mich auch ein bedeckter, wolkenverhangener Himmel dazu. Die Natur erwacht und das nicht von heute auf morgen. So wie ich morgens durchaus mal etwas länger brauche, gönne ich auch dem Wetter seine Zeit, sich auf die wärmere Hälfte des Jahres einzustellen. Und Frühlingsregen? Wer einmal bewusst den Geruch bei leichtem Nieselregen oder nach einem Regenschauer an Frühlingstagen wahrgenommen hat, wird auch diesen nicht mehr missen mögen. So haben mich weder die Regentropfen auf der Nase bei der Feierabend-Jogging-Runde am Donnerstag, noch der Schauer gestern Abend, als ich mit dem Rad nach der Arbeit unterwegs war, um noch ein paar Besorgungen zu machen, gestört - ganz im Gegenteil.
Der Anblick danach: das perfekte Bild zu „Hinter den Wolken scheint immer die Sonne“. Dichte, dicke, dunkle Wolken am Himmel, aber irgendwo kam sie durch und hat das Haus gegenüber Scheinwerfer-artig in Szene gesetzt. Ist es mit unseren Gefühlen nicht oft genauso? Selbst Tage, an denen ich mich niedergeschlagen, betrübt, vernebelt, unruhig (man beachte Parallele der Begrifflichkeiten zum Wetter) oder frustriert, traurig, wütend fühle, beinhalten Momente, die mir das sprichwörtliche Lächeln ins Gesicht schauen, und sind sie noch so kurz und unscheinbar. Diese bewusst wahrzunehmen, ist eine tägliche Übung.
Wer anfangen möchte zu üben, kann es sich erleichtern, indem er über Dinge nachdenkt, die ihm unabhängig von Wetter- und Gefühlslage gut tun. Sich in ein schönes Café setzen und ein Heiß- oder Kaltgetränk (je nach Wetterlage ;-)) zu genießen, kann eine Möglichkeit sein. Ist es draußen trist und grau, macht man es sich drinnen gemütlich und beobachtet, wie sich die Menschen draußen entnervt durch den Wind und Regen kämpfen. Haben die Sonnenstrahlen Kraft genug, Psyche und Körper zu erwärmen, sitzt man draußen und ist mitten drin im Geschehen.
Heute steht eine Radtour auf meinem Programm. Die Sonne scheint und den Samstagskaffee (mit dem ich mich zum virtuellen Kaffeeklatsch und zum Samstagsplausch geselle), den ich mir im Anschluss oder währenddessen gönnen werde, werde ich vielleicht sogar mit Blick in den freien Himmel genießen können. Mal sehen, wie beständig die Wetterlage heute ist. Übel nehmen, werde ich ihr einen Umschwung nicht: die kenne ich doch nur zu gut von meiner eigenen Gefühlslage.
Gefühle funktionieren ähnlich, finde ich, und wage es die Definition zu analogisieren. „Das Gefühl charakterisiert den Zustand einer Person an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt“ als „augenblickliches Bild seines Daseins“. Das Wetter als „Sein“, die Witterung als „Haben“ und das Wettergeschehen als „Werden“ und schon steht der Vergleich.
Und der Zusammenhang geht sogar noch ein Stück tiefer. Als „wetterfühlig“ bezeichnet man Menschen, die überdurchschnittlich empfindlich gegenüber Witterungserscheinungen sind. Symptome können neben körperlichen, wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, auch seelische Leiden sein. Gleichermaßen wird dem ganzen eine umgekehrte Kausalität unterstellt: Forscher behaupten, dass psychisch Beeinträchtige stärker auf Witterungsbedingungen reagieren als gesunde Menschen. Wenn das Wetter auf die Psyche schlägt und die angeknackste Psyche übersensibel auf das Wetter reagiert, ist der Teufelskreis perfekt. Ursache wird zu Wirkung, Wirkung zu Ursache und einer Verstärkung der Symptome steht nichts mehr im Wege. Am Ende weiß keiner mehr was zuerst da war: das Wetter oder die miese Stimmung?
Ich weiß nicht recht, ob ich an Wetterfühligkeit glaube. Medizinische Studien, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Wetter und Wohlbefinden nachweisen, gibt es laut Wikipedia nicht. Und ist es nicht bei jeglichen Umständen so, dass sie die Stimmung des Einen mehr und die des Anderen weniger beeinflussen?
Mich selber würde ich jedenfalls nicht als wetterfühlig bezeichnen. Momente, in denen mir das Wetter auf die Stimmung schlägt, kenne ich gut und das ist ganz unabhängig von der Ausprägung möglich. Aber ich reagiere nicht hochsensibel, sondern vielmehr äußerst wohlwollend und sehe das als Schlüssel zum Erfolg. Wenn Menschen sich über das Wetter aufregen, denke ich mir oft, es gäbe doch so viel wichtigeres in das man seine Energie stecken könnte. Ich versuche das Wetter anzunehmen wie es ist und das zunächst wertfrei. Ich kann ohnehin keinen Einfluss darauf nehmen (außer durch einen Ortswechsel, der in den seltensten Fällen spontan in ausreichendem Ausmaß machbar ist).
Die Steigerung der wertfreien Wahrnehmung ist die positive Wahrnehmung. Hier stellt mich das Wetter vor eine größere Herausforderung. Vor allem an die sintflutartigen Regenfälle, wie ich sie in dieser Regelmäßigkeit bislang an keinem Wohnort erlebt habe, musste ich mich erstmal gewöhnen. Geholfen hat die Anschaffung eines Regenponchos - meine „Investition des Monats“ im Januar. Wer nicht glaubt, dass es eine wahre Freude sein kann mit so einem Teil durch strömenden Regen zu radeln, der möge es nur einmal selbst ausprobieren. Es lohnt sich, man bleibt erstaunlich trocken und als es nach der Anschaffung das erste mal wieder in Strömen regnete, habe ich mich darüber gefreut, der Welt endlich den neuen Poncho präsentieren zu können.
Das Frühlingswetter macht es mir leicht, es positiv zu sehen. Wie wunderbar sind die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die ersten Tage, an denen ich in der Mittagspause ohne Jacke rausgehen konnte, die ersten summenden Bienen, blühenden Sträucher, zwitschernden Vögel, … Genauso gehört für mich auch ein bedeckter, wolkenverhangener Himmel dazu. Die Natur erwacht und das nicht von heute auf morgen. So wie ich morgens durchaus mal etwas länger brauche, gönne ich auch dem Wetter seine Zeit, sich auf die wärmere Hälfte des Jahres einzustellen. Und Frühlingsregen? Wer einmal bewusst den Geruch bei leichtem Nieselregen oder nach einem Regenschauer an Frühlingstagen wahrgenommen hat, wird auch diesen nicht mehr missen mögen. So haben mich weder die Regentropfen auf der Nase bei der Feierabend-Jogging-Runde am Donnerstag, noch der Schauer gestern Abend, als ich mit dem Rad nach der Arbeit unterwegs war, um noch ein paar Besorgungen zu machen, gestört - ganz im Gegenteil.
Der Anblick danach: das perfekte Bild zu „Hinter den Wolken scheint immer die Sonne“. Dichte, dicke, dunkle Wolken am Himmel, aber irgendwo kam sie durch und hat das Haus gegenüber Scheinwerfer-artig in Szene gesetzt. Ist es mit unseren Gefühlen nicht oft genauso? Selbst Tage, an denen ich mich niedergeschlagen, betrübt, vernebelt, unruhig (man beachte Parallele der Begrifflichkeiten zum Wetter) oder frustriert, traurig, wütend fühle, beinhalten Momente, die mir das sprichwörtliche Lächeln ins Gesicht schauen, und sind sie noch so kurz und unscheinbar. Diese bewusst wahrzunehmen, ist eine tägliche Übung.
Wer anfangen möchte zu üben, kann es sich erleichtern, indem er über Dinge nachdenkt, die ihm unabhängig von Wetter- und Gefühlslage gut tun. Sich in ein schönes Café setzen und ein Heiß- oder Kaltgetränk (je nach Wetterlage ;-)) zu genießen, kann eine Möglichkeit sein. Ist es draußen trist und grau, macht man es sich drinnen gemütlich und beobachtet, wie sich die Menschen draußen entnervt durch den Wind und Regen kämpfen. Haben die Sonnenstrahlen Kraft genug, Psyche und Körper zu erwärmen, sitzt man draußen und ist mitten drin im Geschehen.
Heute steht eine Radtour auf meinem Programm. Die Sonne scheint und den Samstagskaffee (mit dem ich mich zum virtuellen Kaffeeklatsch und zum Samstagsplausch geselle), den ich mir im Anschluss oder währenddessen gönnen werde, werde ich vielleicht sogar mit Blick in den freien Himmel genießen können. Mal sehen, wie beständig die Wetterlage heute ist. Übel nehmen, werde ich ihr einen Umschwung nicht: die kenne ich doch nur zu gut von meiner eigenen Gefühlslage.
Sonntag, 3. April 2016
Sonntagsfreude - Plastikfrei
Nach den ersten Touren des Jahres am letzten Wochenende in der Heimat, habe ich gestern die erste lange Radtour in der neuen Umgebung gemacht. Man muss eine ganze Weile fahren, bis man die städtische Gegend hinter sich lässt und dann ziemlich aufpassen nicht direkt in der nächsten Stadt zu landen, aber ich habe ein paar schöne Wege gefunden. Die Welt mit Radleraugen sehen, tut mir gut und ich kann gar nicht erklären warum.
Besonders gefreut habe ich mich gestern über die milden Temperaturen und über die vielen Triebe, Knospen und Blüten, die mittlerweile zu entdecken sind. In einem Waldabschnitt wurde sogar darauf hingewiesen, die Wege nicht zu verlassen, da der Waldboden im Frühjahr vollständig mit Wildblumen bedeckt ist (was man in dieser Gegend nur noch selten beobachten kann). Es sah so aus, als würde der freundliche Hinweis wirken :-)
An anderen Teilen der Strecke, vor allem entlang stärker befahrenen Straßen, zeigte sich ein weniger schönes Bild. Alle paar Meter Müll, hier eine Tüte, da eine Verpackung, dort ein Kaffeebecher… Das meiste davon aus Plastik. Wir muten unserer Umwelt vieles zu, was sie eigentlich nicht langfristig verkraften kann und Plastik gehört dazu. Anfang März habe ich mich entschieden einen kleinen Beitrag zu leisten und versucht plastikfrei einzukaufen. Ich habe es mir wesentlich schwieriger vorgestellt und bleibe auf jeden Fall dabei. Dabei habe ich mich im Vergleich zu diesem und ähnlichen Beispielen wirklich nicht mit Ruhm bekleckert und trotzdem ein Häufchen Plastikmüll zu verbuchen.
Der Plastikmüll stammt im Wesentlichen aus Vorräten, bei denen ich mir nun überlege, wie ich sie, einmal aufgebraucht, auch plastikfrei besorgen kann. Polenta in einer Papiertüte habe ich z.B. schon entdeckt. Manche Dinge werde ich mir trotz Verpackung zugestehen, z.B. die Hafermilch und bestimmt auch hin und wieder einen Energieriegel. Konsequent bleiben möchte ich bei Obst und Gemüse und das ist im Bioladen oder auf dem Markt erfreulicherweise auch kein Problem. Mal sehen wie ich mich schlage, wenn die ersten Alltagsgegenstände wie Duschgel und Waschmittel ausgehen. Bambuszahnbürsten stehen schon auf der Liste und inspirieren lasse ich mich bei #EiNaB.
Vielleicht geht dieses Jahr sogar der Traum eines kleinen Gemüsegartens in Erfüllung. Spontan hat sich das Angebot der Mithilfe in einem Schrebergarten aufgetan, den ich mir heute direkt angeschaut habe. Dabei sind dann doch noch ein paar mehr Fotos entstanden und auch wenn ich genau wie gestern mit dem Rad unterwegs war, erlaube ich es mir meine Frühlingsspazierfahrt inmitten dieser Sammlung von Frühlingsspaziergängen zu verlinken :-)
Besonders gefreut habe ich mich gestern über die milden Temperaturen und über die vielen Triebe, Knospen und Blüten, die mittlerweile zu entdecken sind. In einem Waldabschnitt wurde sogar darauf hingewiesen, die Wege nicht zu verlassen, da der Waldboden im Frühjahr vollständig mit Wildblumen bedeckt ist (was man in dieser Gegend nur noch selten beobachten kann). Es sah so aus, als würde der freundliche Hinweis wirken :-)
An anderen Teilen der Strecke, vor allem entlang stärker befahrenen Straßen, zeigte sich ein weniger schönes Bild. Alle paar Meter Müll, hier eine Tüte, da eine Verpackung, dort ein Kaffeebecher… Das meiste davon aus Plastik. Wir muten unserer Umwelt vieles zu, was sie eigentlich nicht langfristig verkraften kann und Plastik gehört dazu. Anfang März habe ich mich entschieden einen kleinen Beitrag zu leisten und versucht plastikfrei einzukaufen. Ich habe es mir wesentlich schwieriger vorgestellt und bleibe auf jeden Fall dabei. Dabei habe ich mich im Vergleich zu diesem und ähnlichen Beispielen wirklich nicht mit Ruhm bekleckert und trotzdem ein Häufchen Plastikmüll zu verbuchen.
Der Plastikmüll stammt im Wesentlichen aus Vorräten, bei denen ich mir nun überlege, wie ich sie, einmal aufgebraucht, auch plastikfrei besorgen kann. Polenta in einer Papiertüte habe ich z.B. schon entdeckt. Manche Dinge werde ich mir trotz Verpackung zugestehen, z.B. die Hafermilch und bestimmt auch hin und wieder einen Energieriegel. Konsequent bleiben möchte ich bei Obst und Gemüse und das ist im Bioladen oder auf dem Markt erfreulicherweise auch kein Problem. Mal sehen wie ich mich schlage, wenn die ersten Alltagsgegenstände wie Duschgel und Waschmittel ausgehen. Bambuszahnbürsten stehen schon auf der Liste und inspirieren lasse ich mich bei #EiNaB.
Vielleicht geht dieses Jahr sogar der Traum eines kleinen Gemüsegartens in Erfüllung. Spontan hat sich das Angebot der Mithilfe in einem Schrebergarten aufgetan, den ich mir heute direkt angeschaut habe. Dabei sind dann doch noch ein paar mehr Fotos entstanden und auch wenn ich genau wie gestern mit dem Rad unterwegs war, erlaube ich es mir meine Frühlingsspazierfahrt inmitten dieser Sammlung von Frühlingsspaziergängen zu verlinken :-)
Freitag, 1. April 2016
Update: Kreativität
Auch wenn ich nicht darüber gebloggt habe: gebastelt, gestaltet und gewerkelt habe ich weiter viel. Es sind einige kreative Dinge entstanden, aber vielleicht weniger solche, die sich dafür eignen, hier in eigenen Beiträgen gezeigt zu werden. Deswegen fasse ich das ganze kurz zusammen.
Die Weihnachtszeit verging vor allem durch den spontanen bevorstehenden Ortswechsel mal wieder wie ein Elektronenflug im Teilchenbeschleuniger und in den Genuss selbst gemachter Geschenke kamen, abgesehen von Plätzchen und kleinen Zeichnungen, nur meine Oma, mein Vater und mein Bruder. Letzterer dafür gleich dreifach im Laufe des Herbst/Winters: aus biozertifizierter Wolle („Kontrolliert biologische Tierhaltung“) habe ich ihm (mal wieder) drei Paar Socken gestrickt. Von den letzten - einfarbig rot - ist gar kein Bild entstanden, so schnell wurden sie getragen. Zur Sache mit der Wolle habe ich mir einige Gedanken gemacht, möchte an dieser Stelle aber gerne anderen das Wort überlassen und verweise auf einen, wie ich finde sorgfältig ausgearbeiteten Artikel, der einen guten Überblick bietet und größtenteils aktuell sein sollte.
Die Häkelliebe ist nach wie vor groß. Für meinen Vater habe ich, inspiriert durch die anthroposophische Kindergartenausstattung, ein Schneckenband gehäkelt. Auch davon ist bislang leider kein Foto entstanden. Dafür aber von den Untersetzern, die ich für meine Oma gehäkelt habe. Zur Stabilisierung sind sie auf Filz aufgenäht. Was mir nach wie vor am besten gefällt und am meisten Spaß macht, ist Tapestry Crochet. Die Hülle für das neue Smartphone ist mir fast wichtiger als das Smartphone an sich. Eine weitere ist leider ein kleines bisschen zu schmal geworden und wird von den Familienmitgliedern mit Telefonen passender Größe verschmäht. Sie dient mir daher als Brillenetui.
Ansonsten sehe ich das Gestalten der Zimmer, in denen ich untergekommen bin, als kreativen Prozess, der mir sowohl in Berlin, als auch in der Kölner WG sehr gut getan hat bzw. tut. Die Postkartensammlung, die im letzten Beitrag zu erkennen ist, passend anzuordnen, Bilder aufzuhängen, Pflanzen (nur Kakteen, für alles weitere sind meine Daumen nicht grün genug) und Kerzen aufzustellen, das Zimmer sauber und ordentlich zu halten… All das trägt momentan zu meinem Wohlbefinden bei. Und so musste es heute nach Feierabend sogar noch eine Radtour zum Baumarkt sein, um Holzleisten zu besorgen, die nur darauf warten dieses Wochenende zugesägt und abgeschliffen zu werden, damit zwei weitere Bilder nach einem eigens ausgetüftelten Prinzip ihren Platz an der Wand finden können. Eine willkommene Abwechslung vom neuen, ungewohnten Büroalltag.
Die Weihnachtszeit verging vor allem durch den spontanen bevorstehenden Ortswechsel mal wieder wie ein Elektronenflug im Teilchenbeschleuniger und in den Genuss selbst gemachter Geschenke kamen, abgesehen von Plätzchen und kleinen Zeichnungen, nur meine Oma, mein Vater und mein Bruder. Letzterer dafür gleich dreifach im Laufe des Herbst/Winters: aus biozertifizierter Wolle („Kontrolliert biologische Tierhaltung“) habe ich ihm (mal wieder) drei Paar Socken gestrickt. Von den letzten - einfarbig rot - ist gar kein Bild entstanden, so schnell wurden sie getragen. Zur Sache mit der Wolle habe ich mir einige Gedanken gemacht, möchte an dieser Stelle aber gerne anderen das Wort überlassen und verweise auf einen, wie ich finde sorgfältig ausgearbeiteten Artikel, der einen guten Überblick bietet und größtenteils aktuell sein sollte.
Die Häkelliebe ist nach wie vor groß. Für meinen Vater habe ich, inspiriert durch die anthroposophische Kindergartenausstattung, ein Schneckenband gehäkelt. Auch davon ist bislang leider kein Foto entstanden. Dafür aber von den Untersetzern, die ich für meine Oma gehäkelt habe. Zur Stabilisierung sind sie auf Filz aufgenäht. Was mir nach wie vor am besten gefällt und am meisten Spaß macht, ist Tapestry Crochet. Die Hülle für das neue Smartphone ist mir fast wichtiger als das Smartphone an sich. Eine weitere ist leider ein kleines bisschen zu schmal geworden und wird von den Familienmitgliedern mit Telefonen passender Größe verschmäht. Sie dient mir daher als Brillenetui.
Ansonsten sehe ich das Gestalten der Zimmer, in denen ich untergekommen bin, als kreativen Prozess, der mir sowohl in Berlin, als auch in der Kölner WG sehr gut getan hat bzw. tut. Die Postkartensammlung, die im letzten Beitrag zu erkennen ist, passend anzuordnen, Bilder aufzuhängen, Pflanzen (nur Kakteen, für alles weitere sind meine Daumen nicht grün genug) und Kerzen aufzustellen, das Zimmer sauber und ordentlich zu halten… All das trägt momentan zu meinem Wohlbefinden bei. Und so musste es heute nach Feierabend sogar noch eine Radtour zum Baumarkt sein, um Holzleisten zu besorgen, die nur darauf warten dieses Wochenende zugesägt und abgeschliffen zu werden, damit zwei weitere Bilder nach einem eigens ausgetüftelten Prinzip ihren Platz an der Wand finden können. Eine willkommene Abwechslung vom neuen, ungewohnten Büroalltag.
Montag, 28. März 2016
Lebenszeichen - In Bewegung
Ca. 100 km habe ich am Osterwochenende auf dem Rad verbracht, etwa 40 weitere zu Fuß zurück gelegt. Vor etwas weniger als einem Jahr, bin ich nach einer über sechsmonatigen Zwangspause das erste mal wieder Rennrad gefahren. Mehrere Tausend Kilometer haben Renn- und Tourenrad seitdem zurückgelegt. Vom nordöstlichsten Eck Deutschlands - Usedom - bis in die südwestliche Ecke des Saarlandes - das Radfahren, die Bewegung, das Vorankommen wurden zu entscheidenden Bestandteilen meiner Entwicklung. Das Wort Genesung möchte ich nicht verwenden, und ob ich mich als „gesund“ bezeichnen würde? Ich weiß es nicht.
„Die Gesundheit des Menschen ist ein (undefinierter) Zustand des körperlichen wie geistigen Wohlbefindens und somit die Nichtbeeinträchtigung durch eine Krankheit.“ Das wichtigste Wort wird ausgeklammert: undefiniert, der Albtraum eines Mathematikers. Ein bekanntes Onlinelexikon bietet dennoch verschiedene Definitionen des Undefinierbaren an, die sich in ihrer Bedeutung mehr oder weniger überschneiden. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie schreibt: „Gesundheit wird als mehrdimensionales Phänomen verstanden und reicht über den ‚Zustand der Abwesenheit von Krankheit‘ hinaus.“ Nietzsche findet mit „Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.“ etwas einfachere Worte mit ähnlicher Aussage.
Was Nietzsche mit „Krankheit“ meint, bleibt offen und auch ich tue mir schwer mit dem Begriff. Versteht man Krankheit als Einschränkung von Gesundheit, so dreht sich die Definition im Kreis. Klar ist jedenfalls, dass Magersucht, Depressionen, Selbstverletzung oder Zwangshandlungen nur Symptome für etwas dahinter stehendes, etwas viel größeres sind. Ich nenne es Leben und behaupte, dass es nicht immer einfach ist. Eher im Gegenteil. Im letzten Jahr habe ich viel über mich gelernt, über Krankheit, Symptome und Ursachen. Viel wichtiger aber sind die Erkenntnisse über Ressourcen und Kraftquellen, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholen, wenn sich Teile von mir in Bereiche bewegen, in denen sie nichts verloren haben. Allen voran meine Familie, dicht gefolgt von Freunden und Bekannten, die zusammen ein soziales Netz bilden, dass die hohe Stabilität bewiesen hat, mich ganz unabhängig vom Körpergewicht aufzufangen. Danach folgen in meinem Fall Glaube, Kreativität und Bewegung.
Ich bin mittlerweile definitiv wieder in der Lage „meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen“, die Symptome, die mich daran gehindert haben, habe ich im Griff. Ich kann wieder Radfahren, Wandern, bin unternehmungslustig und pflege soziale Kontakte. Darüber hinaus gehe ich sogar einer geregelten Beschäftigung nach, so richtig mit festem Arbeitsplatz im Büro, einem bunt gemischten Haufen Kollegen, 40 Stunden Woche und einem monatlicher Betrag auf dem Konto, der die Bezeichnung „Lohn“ verdient und nicht „Taschengeld“ genannt wird. Die Arbeit im Kindergarten war körperlich anstrengend und forderte geistige Aufmerksamkeit. Das FSJ war eine gute Entscheidung und eine wertvolle Erfahrung und der Zeitraum von vier Monaten, die ich „durchgehalten“ habe, zu diesem Zweck vielleicht genau passend. Ich habe eine Menge wunderbare (kleine) Menschen kennen gelernt, der Abschied fiel mir am Ende wesentlich schwerer als zwischenzeitlich gedacht. Noch schwerer fiel mir der Abschied von Berlin, Freunden, Bekannten und meiner WG. Eine passende WG konnte ich nach zwei Monaten Überbrückung auch am neuen Wohnort finden. Minimalistisch, aber äußerst gemütlich habe ich mich dort eingerichtet.
„Man darf sich nicht einrichten.“ war einer der letzten Hinweise, die mir in Berlin mit auf den Weg in fremde Gefilde gegeben wurden. Gemeint war hier aber weniger die Zimmereinrichtung, als die Art der Bequemlichkeit, die es uns schwer macht, aus alten Gewohnheiten auszubrechen, die uns in unbefriedigenden Zuständen verweilen lässt und die uns als Ausrede dient, die Arbeit an uns selber nicht zu forcieren, sondern (weit) hinter Alltag und Routine anzustellen. Mit (eines) anderen Worten (in diesem Fall stammen sie von Bodo Wartke): „Man macht trotz aller Melancholie, so gut es geht im Leben eben irgendwie, zum bösen Spiel gute Miene, funktioniert wie eine Maschine, so kalt in Gestalt von alltäglicher Routine …“ Vielleicht neige ich ein wenig dazu „zu funktionieren“, aber Melancholie und (unbefriedigenden) Routinen habe ich den Kampf angesagt. Ich arbeite an mir und versuche die Situation, in der ich mich befinde, positiv zu beeinflussen. Eingerichtet habe ich mich noch lange nicht.
Es ist viel passiert in den letzten Monaten und ich habe keinen Bruchteil, sondern höchstens ein Bruchteilchen davon hier erwähnt. Für den Moment aber spare ich mir (erspare ich euch?) weitere Worte und lasse zur Ergänzung der oberen wahllos ein paar wild zusammengewürfelte Bilder sprechen. Nicht alles, was ich gerade tue, fühlt sich stimmig oder richtig an und den Baum des Lebens habe ich noch lange nicht bis in den Wipfel erklommen. Aber ich habe das Vertrauen (zurück) gewonnen, dass mein Weg im Großen und Ganzen einen Sinn ergibt und so fühlt sich die momentane Kletterei auf etwa 1/3 der Höhe gar nicht verkehrt an. Und weil ich das schon ganz anders erlebt habe, weiß ich es sehr zu schätzen. Ich habe wieder viele Pläne, Gedanken, Ideen und Ziele und wenn es die (Frei-)Zeit zulässt, möchte ich den Blog wieder nutzen, sie festzuhalten und zu teilen.
„Die Gesundheit des Menschen ist ein (undefinierter) Zustand des körperlichen wie geistigen Wohlbefindens und somit die Nichtbeeinträchtigung durch eine Krankheit.“ Das wichtigste Wort wird ausgeklammert: undefiniert, der Albtraum eines Mathematikers. Ein bekanntes Onlinelexikon bietet dennoch verschiedene Definitionen des Undefinierbaren an, die sich in ihrer Bedeutung mehr oder weniger überschneiden. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie schreibt: „Gesundheit wird als mehrdimensionales Phänomen verstanden und reicht über den ‚Zustand der Abwesenheit von Krankheit‘ hinaus.“ Nietzsche findet mit „Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.“ etwas einfachere Worte mit ähnlicher Aussage.
Was Nietzsche mit „Krankheit“ meint, bleibt offen und auch ich tue mir schwer mit dem Begriff. Versteht man Krankheit als Einschränkung von Gesundheit, so dreht sich die Definition im Kreis. Klar ist jedenfalls, dass Magersucht, Depressionen, Selbstverletzung oder Zwangshandlungen nur Symptome für etwas dahinter stehendes, etwas viel größeres sind. Ich nenne es Leben und behaupte, dass es nicht immer einfach ist. Eher im Gegenteil. Im letzten Jahr habe ich viel über mich gelernt, über Krankheit, Symptome und Ursachen. Viel wichtiger aber sind die Erkenntnisse über Ressourcen und Kraftquellen, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholen, wenn sich Teile von mir in Bereiche bewegen, in denen sie nichts verloren haben. Allen voran meine Familie, dicht gefolgt von Freunden und Bekannten, die zusammen ein soziales Netz bilden, dass die hohe Stabilität bewiesen hat, mich ganz unabhängig vom Körpergewicht aufzufangen. Danach folgen in meinem Fall Glaube, Kreativität und Bewegung.
Ich bin mittlerweile definitiv wieder in der Lage „meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen“, die Symptome, die mich daran gehindert haben, habe ich im Griff. Ich kann wieder Radfahren, Wandern, bin unternehmungslustig und pflege soziale Kontakte. Darüber hinaus gehe ich sogar einer geregelten Beschäftigung nach, so richtig mit festem Arbeitsplatz im Büro, einem bunt gemischten Haufen Kollegen, 40 Stunden Woche und einem monatlicher Betrag auf dem Konto, der die Bezeichnung „Lohn“ verdient und nicht „Taschengeld“ genannt wird. Die Arbeit im Kindergarten war körperlich anstrengend und forderte geistige Aufmerksamkeit. Das FSJ war eine gute Entscheidung und eine wertvolle Erfahrung und der Zeitraum von vier Monaten, die ich „durchgehalten“ habe, zu diesem Zweck vielleicht genau passend. Ich habe eine Menge wunderbare (kleine) Menschen kennen gelernt, der Abschied fiel mir am Ende wesentlich schwerer als zwischenzeitlich gedacht. Noch schwerer fiel mir der Abschied von Berlin, Freunden, Bekannten und meiner WG. Eine passende WG konnte ich nach zwei Monaten Überbrückung auch am neuen Wohnort finden. Minimalistisch, aber äußerst gemütlich habe ich mich dort eingerichtet.
„Man darf sich nicht einrichten.“ war einer der letzten Hinweise, die mir in Berlin mit auf den Weg in fremde Gefilde gegeben wurden. Gemeint war hier aber weniger die Zimmereinrichtung, als die Art der Bequemlichkeit, die es uns schwer macht, aus alten Gewohnheiten auszubrechen, die uns in unbefriedigenden Zuständen verweilen lässt und die uns als Ausrede dient, die Arbeit an uns selber nicht zu forcieren, sondern (weit) hinter Alltag und Routine anzustellen. Mit (eines) anderen Worten (in diesem Fall stammen sie von Bodo Wartke): „Man macht trotz aller Melancholie, so gut es geht im Leben eben irgendwie, zum bösen Spiel gute Miene, funktioniert wie eine Maschine, so kalt in Gestalt von alltäglicher Routine …“ Vielleicht neige ich ein wenig dazu „zu funktionieren“, aber Melancholie und (unbefriedigenden) Routinen habe ich den Kampf angesagt. Ich arbeite an mir und versuche die Situation, in der ich mich befinde, positiv zu beeinflussen. Eingerichtet habe ich mich noch lange nicht.
Es ist viel passiert in den letzten Monaten und ich habe keinen Bruchteil, sondern höchstens ein Bruchteilchen davon hier erwähnt. Für den Moment aber spare ich mir (erspare ich euch?) weitere Worte und lasse zur Ergänzung der oberen wahllos ein paar wild zusammengewürfelte Bilder sprechen. Nicht alles, was ich gerade tue, fühlt sich stimmig oder richtig an und den Baum des Lebens habe ich noch lange nicht bis in den Wipfel erklommen. Aber ich habe das Vertrauen (zurück) gewonnen, dass mein Weg im Großen und Ganzen einen Sinn ergibt und so fühlt sich die momentane Kletterei auf etwa 1/3 der Höhe gar nicht verkehrt an. Und weil ich das schon ganz anders erlebt habe, weiß ich es sehr zu schätzen. Ich habe wieder viele Pläne, Gedanken, Ideen und Ziele und wenn es die (Frei-)Zeit zulässt, möchte ich den Blog wieder nutzen, sie festzuhalten und zu teilen.
Sonntag, 30. August 2015
Weiter Machen
heißt meine derzeitige Devise. Und „machen“ ist nun tatsächlich auch wieder recht wörtlich zu nehmen. So habe ich mich entschieden mit Beginn des neuen Schuljahres ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer waldorfpädagogischen Einrichtung zu absolvieren. Endlich mal etwas tun, einer geregelten Tätigkeit nachgehen, die mir das Grundgerüst für einen wohlstrukturierten Tagesablauf liefert und mich Freizeit wieder genießen lässt. Weil Freizeit am Abend und am Wochenende ist und nicht wie teilweise während und vor allem nach dem Studium ganze Tage und Wochen von früh bis spät Freizeit sein wird, die Strukturierung meinerseits erfordert.
Auch wenn so manch einer das womöglich gar nicht recht verstehen kann - allein deswegen freue ich mich auf die neue Aufgabe, auch wenn ich von meiner gezwungenermaßen recht spontanen Wahl der Einsatzstelle noch nicht hundertprozentig überzeugt bin. Aber vielleicht kommt das ja mit der Zeit. Die letzten Tage Freih(/z)eit habe ich jedenfalls versucht gut zu nutzen und dabei einige Freiz(/h)eit investiert teils bekannte, teils unbekannte sehr schöne Orte zu entdecken. Noch einmal ein paar Tage mit Freunden und Familie die fränkische Heimat genießen, bevor es zurück in die Berliner Heimat geht - mein Grund zur Sonntagsfreude!
Die Kreativität endlich mal wieder gestalterisch ausleben, steht ganz oben auf meiner Freizeit-effektiv-nutzen-Liste (allerdings mit einer ganzen Hand voll anderen Dingen…). Bilder, die gemalt werden wollen, habe ich so einige im Kopf und auch auf Häkeln habe ich langsam wieder Lust. Und natürlich darauf, hier auch wieder kreative Werkeleien zu zeigen. Naheliegend wäre ja eine Waldorfpuppe, aber ich glaube beginnen werde ich doch eher mit einer Zeichnung und/oder einer neuen Handyhülle für das neue Smartphone, für das ich mich ja vielleicht endlich mal entscheiden würde, wenn zumindest die Hülle schonmal existent wäre :-D
Auch wenn so manch einer das womöglich gar nicht recht verstehen kann - allein deswegen freue ich mich auf die neue Aufgabe, auch wenn ich von meiner gezwungenermaßen recht spontanen Wahl der Einsatzstelle noch nicht hundertprozentig überzeugt bin. Aber vielleicht kommt das ja mit der Zeit. Die letzten Tage Freih(/z)eit habe ich jedenfalls versucht gut zu nutzen und dabei einige Freiz(/h)eit investiert teils bekannte, teils unbekannte sehr schöne Orte zu entdecken. Noch einmal ein paar Tage mit Freunden und Familie die fränkische Heimat genießen, bevor es zurück in die Berliner Heimat geht - mein Grund zur Sonntagsfreude!
Die Kreativität endlich mal wieder gestalterisch ausleben, steht ganz oben auf meiner Freizeit-effektiv-nutzen-Liste (allerdings mit einer ganzen Hand voll anderen Dingen…). Bilder, die gemalt werden wollen, habe ich so einige im Kopf und auch auf Häkeln habe ich langsam wieder Lust. Und natürlich darauf, hier auch wieder kreative Werkeleien zu zeigen. Naheliegend wäre ja eine Waldorfpuppe, aber ich glaube beginnen werde ich doch eher mit einer Zeichnung und/oder einer neuen Handyhülle für das neue Smartphone, für das ich mich ja vielleicht endlich mal entscheiden würde, wenn zumindest die Hülle schonmal existent wäre :-D
Freitag, 7. August 2015
Radwandern - Zweiter Teil
Bevor der Rest des Sommers im Zeichen von Wohnung-/Zimmersuche und jeglicher sonstiger Orientierung geprägt sein wird, habe ich noch einmal die Satteltaschen gepackt und bin losgeradelt. Dieses Mal von Berlin aus an die Ostsee, nach Usedom. Wie die letzte Tour habe ich alle drei Tage auf dem Rad sehr genossen, die Anstrengung gibt mir ein Gefühl von Zufriedenheit, das Reisetempo ist für mich ideal um Umgebung wahrzunehmen, zu entdecken, hier und da zu grübeln und in wieder anderen Momenten den Kopf völlig frei zu bekommen. Dieses Mal war ich, mehr als bei der letzten Tour, von der Freundlichkeit der Menschen begeistert, die mir begegnet sind, andere Radfahrer, die Vermieter meiner Unterkünfte, Wanderer, Einheimische, ... Nur die vielen vielen Touristen, die auf der Bundesstraße nach Usedom in einer gefühlt ununterbrochenen Autoschlange entlang rasen - wohl ohne es erwarten zu können endlich am Urlaubsort anzukommen und dabei scheinbar keinen Blick für Radfahrer haben, mit denen sie sich die Straße wegen des gesperrten Radweges teilen müssen - die waren mir weniger sympathisch. Ich bin dennoch heil angekommen und erfreut darüber wieder einen kleinen Teil der Welt auf meine Weise kennengelernt zu haben - nagut einen kleinen Teil Deutschlands und einen noch sehr viel kleineren Teil Polens, aber immerhin!
Noch viel öfter als Menschen, bin ich der Tierwelt begegnet und auch das auf größtenteils erfreuliche, nur zeitweise nervige (tausende wirklich klitzekleinster Mücken auf Armen, Beinen, T-Shirt, im Gesicht, ...!!!), teilweise aber auch nachdenklich stimmende Art. Wenn ich Kuhherden auf weitläufigen, satt grün bewachsenen Weideflächen sehe, ist das für mich auf den ersten Blick ein idyllischer Anblick, der ganz kurzfristig ein Heile-Welt-Gefühl hervorruft, bevor mir bewusst wird, dass auch diese Kühe Nutztiere sind und ein Großteil ihrer Artgenossen niemals in den Genuss eines derartigen Daseins kommen. Noch viel erschreckender fand ich aber die so mancherorts am Wegesrand platzierte Werbung oder Beschilderung, Plakate mit glücklichen Kühen über der Aufschrift "Agrarprodukte GmbH - qualifizierter Zuchtbullenvertrieb", der Slogan "... vom Schlachter direkt auf ihrem Teller" unter dem Namen eines Restaurants, eine "Betreten Verboten - wertvoller Schweinebestand" Warntafel vor einem halb verfallenen, stinkenden, fensterlosen Betonklotz oder eine toll gestaltete Tafel mit diversen Tierzeichnungen und der Betitelung "Gänse, Hühnchen, Kaninchen, Enten: küchenfertig!" Ich möchte niemanden mit erhobenem Zeigefinger den Verzicht auf tierische Produkte nahelegen und bin mir unsicher damit meine Gedanken hier zu teilen, aber als wichtiger Teil meiner Wahrnehmungen während der Tour, möchte ich auch darüber schreiben.
Schön finde ich, wie viele Teile Mecklenburg-Vorpommerns als Naturschutzgebiete für Pflanzen und Tiere erhalten werden. So konnte ich z.B. Füchsen begegnen, an einem kleinen Fuchs bin ich sogar ganz dicht vorbeigefahren, er blieb einfach vor mir auf dem Radweg stehen und schaute mich an, bevor er im Gebüsch verschwand. In den Orten traf ich auf unzählige Katzen, kleine und große, dicke und dünne, gestreifte, gefleckte, einfarbige, ... Und nicht zuletzt ist die ganze Gegend ein wahres Vogelparadies, leider kenne ich mich nicht besonders gut aus, aber ich habe Störche erkannt, Fischreiher, Enten und Schwäne, Haubentaucher, Möwen, ... Das Radwandern an sich kann ich insgesamt jedenfalls uneingeschränkt empfehlen, als eine nachhaltige, gesunde und erlebnisreiche Art zu reisen. Ich habe dabei nun auch mehr denn je gemerkt, wie wenig es ist, was ich eigentlich brauche. Das fällt leicht, wenn man jedes Kilo Gepäck als zusätzliche Last aus eigener Kraft voran bewegen muss. Zurück in die Großstadt geht es aber mit dem Fernbus, auch diese Fortbewegungsvariante habe ich innerhalb der letzten Jahre schätzen gelernt. Und wenn ich dann wieder Lust und Antrieb verspüre mal "raus zu kommen" und es etwas herbstlicher geworden ist, möchte ich es mal mit einer mehrtägigen Wanderung versuchen, vielleicht ein Stück des Jakobsweges oder ähnliches. Ein Link geht mit diesem Beitrag erneut zu "einab" und ebenso zu "bikelovin" wo jeden Monat unterschiedliche Posts mit Gedanken zum Thema Radfahren gesammelt werden.
Und abschließend noch mein Konsum-Update: mal wieder Postkarten und Briefmarken, dazu noch ein neues Buch, welches ich leider wieder neu und übers Internet bestellen musste. Und weiterhin beschäftigt mich mein Wunsch nach einem neuen Smartphone, vor allem wenn ich hier die Fotos vom alten Handy in wirklich dürftiger Qualität mit den Flecken wegen er verstaubten Linse hochlade, aber dazu ein anderes Mal mehr.
Noch viel öfter als Menschen, bin ich der Tierwelt begegnet und auch das auf größtenteils erfreuliche, nur zeitweise nervige (tausende wirklich klitzekleinster Mücken auf Armen, Beinen, T-Shirt, im Gesicht, ...!!!), teilweise aber auch nachdenklich stimmende Art. Wenn ich Kuhherden auf weitläufigen, satt grün bewachsenen Weideflächen sehe, ist das für mich auf den ersten Blick ein idyllischer Anblick, der ganz kurzfristig ein Heile-Welt-Gefühl hervorruft, bevor mir bewusst wird, dass auch diese Kühe Nutztiere sind und ein Großteil ihrer Artgenossen niemals in den Genuss eines derartigen Daseins kommen. Noch viel erschreckender fand ich aber die so mancherorts am Wegesrand platzierte Werbung oder Beschilderung, Plakate mit glücklichen Kühen über der Aufschrift "Agrarprodukte GmbH - qualifizierter Zuchtbullenvertrieb", der Slogan "... vom Schlachter direkt auf ihrem Teller" unter dem Namen eines Restaurants, eine "Betreten Verboten - wertvoller Schweinebestand" Warntafel vor einem halb verfallenen, stinkenden, fensterlosen Betonklotz oder eine toll gestaltete Tafel mit diversen Tierzeichnungen und der Betitelung "Gänse, Hühnchen, Kaninchen, Enten: küchenfertig!" Ich möchte niemanden mit erhobenem Zeigefinger den Verzicht auf tierische Produkte nahelegen und bin mir unsicher damit meine Gedanken hier zu teilen, aber als wichtiger Teil meiner Wahrnehmungen während der Tour, möchte ich auch darüber schreiben.
Schön finde ich, wie viele Teile Mecklenburg-Vorpommerns als Naturschutzgebiete für Pflanzen und Tiere erhalten werden. So konnte ich z.B. Füchsen begegnen, an einem kleinen Fuchs bin ich sogar ganz dicht vorbeigefahren, er blieb einfach vor mir auf dem Radweg stehen und schaute mich an, bevor er im Gebüsch verschwand. In den Orten traf ich auf unzählige Katzen, kleine und große, dicke und dünne, gestreifte, gefleckte, einfarbige, ... Und nicht zuletzt ist die ganze Gegend ein wahres Vogelparadies, leider kenne ich mich nicht besonders gut aus, aber ich habe Störche erkannt, Fischreiher, Enten und Schwäne, Haubentaucher, Möwen, ... Das Radwandern an sich kann ich insgesamt jedenfalls uneingeschränkt empfehlen, als eine nachhaltige, gesunde und erlebnisreiche Art zu reisen. Ich habe dabei nun auch mehr denn je gemerkt, wie wenig es ist, was ich eigentlich brauche. Das fällt leicht, wenn man jedes Kilo Gepäck als zusätzliche Last aus eigener Kraft voran bewegen muss. Zurück in die Großstadt geht es aber mit dem Fernbus, auch diese Fortbewegungsvariante habe ich innerhalb der letzten Jahre schätzen gelernt. Und wenn ich dann wieder Lust und Antrieb verspüre mal "raus zu kommen" und es etwas herbstlicher geworden ist, möchte ich es mal mit einer mehrtägigen Wanderung versuchen, vielleicht ein Stück des Jakobsweges oder ähnliches. Ein Link geht mit diesem Beitrag erneut zu "einab" und ebenso zu "bikelovin" wo jeden Monat unterschiedliche Posts mit Gedanken zum Thema Radfahren gesammelt werden.
Und abschließend noch mein Konsum-Update: mal wieder Postkarten und Briefmarken, dazu noch ein neues Buch, welches ich leider wieder neu und übers Internet bestellen musste. Und weiterhin beschäftigt mich mein Wunsch nach einem neuen Smartphone, vor allem wenn ich hier die Fotos vom alten Handy in wirklich dürftiger Qualität mit den Flecken wegen er verstaubten Linse hochlade, aber dazu ein anderes Mal mehr.
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