Freitag, 1. Mai 2020

Isolation, Tag 37 bis 45: Corona nervt

„Und was machst du so?“ fragen wir uns und wir teilen unsere Erfahrungen über Messenger, auf Blogs, in Podcasts, in Videos, … Und oft fragen wir uns auch „Wie geht’s (dir)?“

Ich mag die Frage nicht besonders. In unserer alltäglichen Kommunikation wird sie aus meiner Sicht viel zu inflationär gebraucht. Und mindestens genauso inflationär beantworten wir sie mit „Gut.“ Das nimmt der Sache ein Stück weit ihre Bedeutsamkeit, was eigentlich schade ist, denn grundsätzlich ist am Erkundigen nach dem Wohlbefinden des Gesprächspartners ja nichts verwerflich. Im Gegenteil. Varianten wie „Wie fühlst du dich?“, „Was beschäftigt dich?“ oder „Wie geht es dir mit …?“ können Abhilfe schaffen, lösen aber auch gern mal die ein oder andere Irritation beim Gegenüber aus.

In den letzten Wochen hat sich meine Einstellung zur Frage „Wie geht’s (dir)?“ verändert. Es kommt mir vor, als würde sie weniger einfach so dahingesagt. Man nimmt die Frage wieder ernst, denke ich. Und antworte nun selbst inflationär häufig mit „Gut.“ Viel häufiger, als ich das sonst so zu tun pflegte.

Dabei geht es mir gar nicht besser als sonst, im Gegenteil. Die Situation bereitet auch mir große Sorgen, wobei die anfänglichen Sorgen um unsere Gesundheit und unser Gesundheitssystem mehr und mehr den Sorgen um allgemeine gesellschaftliche und vor allem ökonomische Auswirkungen der Krise gewichen ist. Was sich verändert hat, ist mein Referenzrahmen beim Beurteilen meiner Lage und meines Wohlbefindens.

Ich sehe, wie viele Menschen durch Corona in echte existentielle Not geraten, und fühle mich selbst unheimlich privilegiert. „Womit habe ich das verdient?“, frage ich mich und denke, „Die Welt ist einfach nicht gerecht.“ Ich kann von Zuhause aus arbeiten, muss mir keine Sorgen um meine Gehaltsfortzahlung und das Decken meiner laufenden Kosten machen, ich muss keine Schulkinder betreuen und keine KiTa-Kinder bei Laune halten, ich bin gesund, Freunde und Familie sind es ebenfalls. Ich habe alles, was ich zum Leben brauche – und noch so viel mehr.

Wenn ich in diesen Tagen jammere, dann jammere ich nicht nur auf hohem, sondern auf höchstem Niveau. Das ist mir vollkommen bewusst. Dennoch erlaube ich es mir von Zeit zu Zeit, ein wenig zu jammern, und halte es sogar für richtig und wichtig im Umgang mit mir und der Situation. Mein größtes Problem? Ganz offensichtlich die schon lange nicht mehr guten Gewissens vorzeigbare Corona-Frisur. Das zweitgrößte? Corona nervt.

Mich nervt die Unsicherheit wie es weitergehen wird. Mich nervt die immer noch andauernd geäußerte Floskel „Wir stehen noch ganz am Anfang der Epidemie.“ Mich nervt die unmittelbar daran anschließende Frage „Wie soll es denn enden, wenn das erst der Anfang ist?“ Und mich nerven die unzähligen alten und neuen, veralteten und nicht alt werdenden Regelungen. Regelungen, die plötzlich da sind, auch wenn es lange hieß, sie würden nie kommen. Und Regelungen, die gelockert werden, was für die einen viel zu spät, für die anderen viel zu früh und für uns alle mit dem Hinweis kommt, sie könnten jederzeit wieder verschärft werden.

Aber besonders nervt mich, dass ich mein eigenes Verhalten nicht mehr gut einschätzen kann. Ist es immer noch das Beste, bis auf die Einkäufe und einsame Rad- und Laufrunden alleine zu Hause zu bleiben? Oder darf auch ich wieder guten Gewissens die alte WG besuchen, mit einem Freund Tischtennis spielen, mit dem ein oder dem anderen Onkel ein Eis essen gehen, mich zum Lauftraining verabreden, irgendwann mal wieder für ein Wochenende zu meinen Eltern fahren, oder ohne Maske den Supermarkt betreten, weil ich vergessen habe, sie mitzunehmen? Was davon ist gerade überhaupt verboten, was wäre theoretisch noch erlaubt und was schon wieder? Ich verfolge täglich die aktuellen Nachrichten und trotzdem frage mich: „Kann mich mal bitte jemand aufklären?“ Dieses Spiel hat die komplexesten Regeln, aber wer hat verdammt noch mal die Anleitung verschusselt?

In den sozialen Medien stolperte ich zuletzt über diesen Beitrag (ich habe ihn nur sprachlich ein wenig überarbeitet):

Klarstellung der Corona Regeln
1. Im Prinzip dürfen Sie das Haus nicht verlassen. Aber wenn Sie möchten, dann dürfen Sie doch.
2. Masken sind nutzlos. Sie sollten aber unbedingt eine tragen, denn sie kann Leben retten.
3. Alle Läden sind geschlossen. Außer die, die geöffnet sind.
4. Dieses Virus ist tödlich, aber nicht allzu beängstigend. Eventuell führt es zu einer globalen Katastrophe.
5. Jeder muss zuhause bleiben. Aber es ist wichtig auch rauszugehen, besonders bei Sonnenschein. Besser wäre es aber, nicht rauszugehen. Außer natürlich für Sport, das ist okay.
6. Es gibt keinen Mangel an Lebensmitteln im Supermarkt. Aber es gibt viele Dinge, die fehlen, und andere sind zurzeit einfach nicht da.
7. Das Virus hat keine Auswirkungen auf Kinder. Außer auf diejenigen, auf die es Auswirkungen hat.
8. Tiere sind nicht betroffen. Aber es gibt eine Katze, die im Februar in Belgien positiv getestet wurde. Und ein paar Tiger und selten auch Hunde. Eigentlich ja keine Hunde, aber manchmal dann doch. Jegliche Oberflächen können die Krankheit übertragen. Außer das Fell Ihres Tieres.
9. Wenn Sie krank sind, werden Sie viele Symptome haben. Aber Sie können auch ohne Symptome krank werden, Symptome haben, ohne krank zu sein, ansteckend sein, ohne Symptome zu haben, und sich anstecken, ohne dass der Ansteckende Symptome hat.
10. Das Virus bleibt auf verschiedenen Oberflächen zwei Stunden lang aktiv. Oder vier, oder sechs oder auch mehrere Tage. Aber es braucht eine feuchte Umgebung. Das aber auch nicht unbedingt.
11. Das Virus bleibt eigentlich nicht in der Luft. Manchmal aber dann doch. Vor allem in einem geschlossenen Raum.
12. Es handelt sich hier grundsätzlich nicht um Schmierviren. Aber eine Schmierinfektion wäre möglich.
13. Wir sollten so lange zu Hause bleiben, bis das Virus verschwindet. Es wird aber nur verschwinden, wenn wir eine kollektive Immunität erreichen. Dafür dürfen wir nicht zu viel zu Hause sein, deswegen bleiben Sie besser nur die meiste Zeit über zu Hause.
14. Sollten Sie erkrankt gewesen sein, werden Sie möglicherweise später wieder erkranken. Dazwischen sind Sie gegen das Virus immun.

Ich las diesen Beitrag und dachte mir mehr denn je: Corona nervt. Die Unsicherheit nervt, die Ängste und Sorgen nerven, Homeoffice und Videokonferenzen nerven, Masken nerven, Regeln nerven. Ich will alles „richtig machen“ und fühle mich gleichzeitig wie ein trotziges Kind, das nicht mehr mitspielen will. Wenn wenigstens jemand sagen könnte, wann das Spiel zu Ende sein wird. Aber: „Wir wissen es einfach nicht.“ (Auf die Floskel vom Anfang verzichte ich an dieser Stelle.) Und trotzdem – es geht mir gut. Es könnte noch viel viel schlimmer sein.

Mittwoch, 22. April 2020

Isolation, Tag 31 bis 36: Status-Update N°2

Die letzten Tage der letzten Woche habe ich gehadert. Mit mir, meinem Lebensentwurf, meinen gerade sehr unklar definierten Zukunftszielen, meinem Aussehen und vor allem meiner Frisur, meinen Worten, meinen Gedanken, meinen Taten. Mit meiner Frisur hadere ich immer noch, ansonsten bin ich seit dem Wochenende aber wieder mehr im Einklang mit mir selbst und dem, was ich tue.

Am Samstag ist – überraschend schnell – ein großes Paket angekommen: um mir die Arbeit im Homeoffice zu erleichtern, habe ich in einen Monitor investiert. Was für eine gute Entscheidung! Motivation und Produktivität haben sich mit Inbetriebnahme des Monitors exponentiell gesteigert und nun ein Niveau erreicht, von dem ich die letzten Wochen nur träumen konnte. Dies hat mich sogar dazu bewogen, den seit Wochen aufgeschobenen Remotezugriff auf meinen Bürorechner zu wagen, um mich seit Wochen aufgeschobenen Arbeiten zu widmen. Ich war ziemlich überrascht, wie einfach das funktionierte und wie stabil die Verbindung war. Und es war ein ziemlich seltsames Gefühl, plötzlich den Bürorechner „zuhause stehen zu haben“. Die Arbeit ging mir leicht von der Hand und fühlte sich fast an „wie immer“. Mein Büro vermisse ich trotzdem sehr. Und Sportfernsehen.

Die Arbeit selbst kommt mir wieder bedeutsamer vor als zu Beginn der Epidemie. Zwar sind es noch immer die Mediziner bzw. Virologen und Epidemiologen, Biomathematiker und Bioinformatiker, deren Erkenntnisse und Einschätzungen medial am stärksten in die Öffentlichkeit transportiert werden, aber die Debatte um die Auswirkungen der Schul- und Kitaschließungen hat nach relativem Stillschweigen während der Anfangsphase mittlerweile deutlich an Fahrt aufgenommen. Dabei geht es nicht mehr vorrangig um die Auswirkung der Schulschließung auf die Verbreitung des Virus, sondern auch um die Auswirkung auf die Kompetenzentwicklungen der Kinder, die mögliche (wahrscheinliche) Verstärkung sozialer Disparitäten, die zunehmende Belastung von Eltern, die von jetzt auf gleich die Aufgaben ausgebildeter Pädagogen erfüllen sollen, die Frage, warum gerade die Abschlussklassen zuerst zurück in die Schule gerufen und an den Prüfungstisch gesetzt werden, usw... Und während ich die bildungswissenschaftlich, bildungspolitisch und öffentlich geführte Diskussion diesbezüglich interessiert und gespannt verfolge, widme ich mich der Zusammenstellung von Übungstestheften, die es den Lehrkräften erleichtern sollen, den Leistungsstand ihrer Klassen nach Wiederaufnahme des Schulbetriebs einzuschätzen. Mir scheint, als leiste ich auf diesem Wege gerade einen klitzekleinen Beitrag zur Bewältigung der Krise bzw. zur Schadensbegrenzung. Ein nettes Gefühl.

Über diese positive Wendung in Bezug auf das Arbeiten im Homeoffice hinaus, kann ich meinem derzeitigen Kleinstadtleben in Berlin-Zehlendorf nach wie vor viel Positives abgewinnen. Während der Runden um die nahegelegenen Seen beobachte ich Hunde, auf der Suche nach ihren Herrchen (oder umgekehrt?), Eltern, auf der Suche nach ihren Kindern (oder umgekehrt?), Männer mit Metalldetektoren und Richtmikrofonen auf der Suche nach Schätzen und Vogelstimmen (hoffe ich zumindest), Frauen, die auf der Suche nach Aussicht auf Bäume klettern und Kinder, auf der Suche nach Abenteuern. Ein Junge mit Angel zieht vor meinen Augen einen Fisch aus dem Zufluss in den See, bejubelt den Fang mit seinen Freunden, belächelt meine Frage: „Den kann man aber nicht essen, oder?“, befreit den Fisch fachmännisch vom Haken und wirft ihn wieder ins Wasser. Ich bin beeindruckt.

Corona ist bei meiner Beobachtung von Mensch und Natur mittlerweile nicht mehr besonders präsent. Nur selten frage ich mich noch, ob ich selbiges wohl auch „vor Corona“ hätte beobachten können. Angelnde Kinder und Frauen, die auf Bäume klettern, habe ich am See z. B. noch nie gesehen. Vielleicht taten sie es dennoch schon vorher und ich war einfach noch nie zur entsprechenden Zeit am entsprechenden Ort.

Zuletzt beobachte ich neue oder längst vergessen geglaubte Wesenszüge an mir selbst. Ich liege auf dem Dach in der Sonne, höre Musik und lasse das Leben auf mich regnen. Beim Blick in den Spiegel schaue ich den Sommersprossen beim Wachsen zu. Und beim Blick ins Innere dem Wachsen meiner Frustrationstoleranz. Das zeigt sich vor allem bei der Arbeit (oder Nicht-Arbeit) an der Dissertation, aber auch beim täglichen Zeichnen, bei missglückten „Es muss doch irgendwie ohne Hefe gehen“-Backversuchen, beim Verfehlen von selbstgesetzten Laufzeit-Zielen und einigem mehr.

Die Panik ist verschwunden, aber es sagt auch keiner mehr, dass man die Krise als Chance sehen kann, dachte ich angesichts der Ankündigung der vorläufigen Lock-Down Verlängerung vor einer Woche. Heute sehe ich es wieder anders. Die Krise hat verheerende Auswirkungen, aber Bemühungen, „das Beste“ draus zu machen, können durchaus gewinnbringend sein. „Das wird gut“ sagt einer meiner Koautoren immer. Unzählige Male habe ich ihn schon für diesen Spruch verteufelt, weil ich seine Einschätzung nicht teilte und selbst so gar nicht das Gefühl hatte, dass „das“ auch nur annähernd auf dem Weg ist, „gut“ zu werden. In diesen Tagen ertappe ich mich dabei, „Das wird gut“ zu denken, zu sagen und irgendwie auch davon überzeugt zu sein.

Donnerstag, 16. April 2020

Isolation, Tag 28 bis 30: Status-Update

„Und was machst du so?“ fragen wir uns und wir teilen unsere Erfahrungen über Messenger, auf Blogs, in Podcasts, in Videos, … Und nach Ostern mache ich eine Pause. Das Tagebuch-Schreiben kostet Zeit und braucht Muße. Zeit habe ich zwar augenscheinlich genug, aber es fällt mir manchmal schwer, in die Gänge zu kommen und die Zeit zu nutzen. Und wenn dann Elan da ist, stehen andere Dinge auf der Prioritätenliste weiter oben. Die Muße zum Schreiben ist mir etwas abhandengekommen, aber auch das ist nichts Überraschendes nach nun 30 Tagen in der Isolation, die im Wesentlichen durch Warten geprägt ist.

Ich hatte auf Ostern gewartet und natürlich auf die Ankündigung zu weiteren Lockdown-Regelungen bzw. einer möglichen „Exit-Strategie“, die nach Ostern folgen sollten. Jetzt sind sie da und ich habe eine gewisse Gewissheit, dass sich meine persönliche Situation bis zum 04. Mai nicht wesentlich verändern wird. Also heißt es weiter warten … abwarten.

Wie sich die Situation „da draußen“ in den nächsten zweieinhalb Wochen verändern wird, wissen wir nicht. Das sagen in diesen Tagen alle, allen voran Frau Merkel, Herr Drosten und wie sie sonst noch heißen: „Wir wissen es einfach nicht.“ und „Wir warten (jetzt) ab, was da kommt.“

In diesem Sinne verweise ich heute auf das Fazit eines anderen Corona-Bloggers zur momentanen Situation: „Es gibt Status-Updates, aber keine Geschichten.“ Mein Urlaub ist vorbei, ich muss wieder arbeiten, und angesichts eines anstehenden Vortrags im Forschungskolloquium via Videokonferenz ist es gerade auch wirklich ein echtes „ich muss“ und kein „ich müsste“. Ansonsten versuche ich das zu machen, was ich die ganze Zeit mache, nämlich zuversichtlich zu bleiben und meinem Tag irgendwie Struktur zu geben. Das klappt mal besser, mal schlechter.

Wenn ich neue Geschichten habe, dann schreibe ich sie hier auf. Wenn mir nach einem Status-Update ist, dann gibt es ein Status-Update. Und wenn ich nichts schreibe, dann schreibe ich hoffentlich an meiner Dissertation. Oder ich kommentiere beim Prokrastinieren Youtube-Videos, chatte bei Whatsapp mit lieben Freunden und interessanten Unbekannten, oder versuche meine besorgten Eltern zu beruhigen, die sich beschweren „nichts von mir zu hören“, obwohl wir tags zuvor und tags zuvor von tags zuvor noch intensiv über die Ferndiagnostik der technischen Probleme an Omas Pulsuhr diskutiert haben. Ich bin wohl nicht die einzige, die das Zeitgefühl etwas verloren hat in den letzten Wochen!

Montag, 13. April 2020

Isolation, Tag 27: Melancholische Wanderung

„Und was machst du so?“ fragen wir uns und wir teilen unsere Erfahrungen über Messenger, auf Blogs, in Podcasts, in Videos, … Und heute antworte ich: „Eine Osterwanderung“. Und weil mich sonst keiner danach fragt, frage ich mich selber: „Und wie fühlst du dich dabei?“ Und antworte mir: „Einsam und traurig.“

Am Ostermontag holen mich Einsamkeit und Traurigkeit also doch noch ein. Tags zuvor hatte ich mir vorgenommen, eine kleine Wanderung zu machen und setze diesen Plan auch in die Tat um. Spaziergänge und Wanderungen machen „wir“ oft an Ostern. Die Wege, die ich heute gehe, habe ich mittlerweile schon einigen Berliner Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern in verschiedenster Konstellation und in verschiedensten Varianten gezeigt. Heute gehe ich sie alleine und ohne Begleitung ist es einfach etwas ganz anderes.

Heute fehlen mir die tiefgründigen Gespräche, die ich auf diesen Wegen mit einer lieben Freundin geführt habe. Das Schimpfen über die Arbeit, als ich sie mit den Kolleginnen entlang gelaufen bin. Der Austausch mit meiner Mama über ihre Liebe und meine Hassliebe zu Berlin, als ich sie bei einem ihrer letzten Besuche aus der Stadt herausgelockt habe. Das Warten auf meinen Papa, der hier und da wie so oft unzählige Fotos von ein und demselben Motiv gemacht hat. Und sogar die doofen Sprüche und flachen Witze von meinem Onkel und einem gutem Freund meiner Eltern, über die ich oft eher hinweghöre (obwohl ich beide natürlich sehr gerne habe!). Heute muss ich mich selbst unterhalten und das ist in meiner melancholischen Stimmung gar nicht so einfach.

Die Wanderung startet an der Heerstraße, das erste Ziel ist der Drachenberg. Obwohl es heute bewölkt, windig und mehr als 10 Grad kühler ist als gestern, sind hier noch viele andere Menschen unterwegs. Ich lasse den Blick über das Plateau schweifen und nehme danach die bunten Drachen im Einzelnen in den Blick. Ein schwarzer Rabe hat es mir dabei besonders angetan. Auf den Drachenberg folgt der Anstieg zum Teufelsberg und ich frage mich, wann wohl wieder Führungen über das Gelände angeboten werden und ich die Gutscheine dafür einsetzen kann, die ich von meinem Onkel zu Weihnachten bekommen habe.

Nach dem Teufelsberg, so die Erfahrung, werden auf den heute gewählten Wegen nur noch wenige Menschen unterwegs sein. Ich hatte mir zwar meine Kopfhörer mitgenommen und ein paar Podcasts aufs Handy geladen, doch zunächst verzichte ich darauf, sie zu hören und versuche, die Ruhe im Wald zu genießen. Ruhig ist es dann auch, sehr ruhig sogar. Mehr als meine Schritte, das Rascheln der Blätter im Wind und ganz selten ein Vogelzwitschern höre ich nicht. Melancholisch hänge ich also meinen traurigen Gedanken nach und summe ein paar Mut machende Kirchenlieder vor mich hin. „Du bist heilig, du bringst heil“ hat es mir heute angetan, obwohl das doch gar kein Osterlied ist. Aber ein gutes Coronalied ist es, denke ich mir. (Den Text kopiere ich in die Fußnote.*)

Ich überlege, woher die Traurigkeit heute kommt, und denke mir, dass es gar keine ausschließlich Corona-bedingte Traurigkeit ist. Zumindest teilweise ist es wohl auch meine übliche Stimmung, wenn bevorstehende Ereignisse eingetreten und zu Ende gegangen, während darauffolgende noch nicht in Aussicht sind. So wie mit Ostern gerade ging es mir früher an fast jedem Ende der Schulferien, nach Familienfesten oder nach Feiertagen. Die letzten zwei bis drei Wochen dachte ich immer nur „bis Ostern“. Jetzt ist Ostern vorbei und ich habe keine Vorstellung davon, wie „es“ weitergehen wird. Was taugt als nächster Haltepunkt? Der Start ins virtuelle Semester am 20. April? Mein Geburtstag in zwei Wochen? Der erste Mai? Der Tag, an dem ich wieder ins Büro darf? Ein Datum dafür steht leider noch in den Sternen.

Morgen ist mein Urlaub zu Ende und wieder ins Büro zu dürfen ist etwas, was ich mir beim Gedanke daran wirklich wünschen würde. Das mit dem Homeoffice mag in Bezug auf die Dissertation mittlerweile zwar etwas besser laufen, aber an die Projektarbeit habe ich mich zuhause allenfalls oberflächlich gewagt. Das sollte sich nächste Woche unbedingt ändern, auf meiner To-Do Liste haben sich einige Punkte angesammelt.

Ich mache eine Pause und klemme mir beim Versuch, mit kalten Händen meine Thermosflasche aufzuschrauben, ziemlich heftig den linken Mittelfinger ein. Das ist vor allem angesichts der bis zum Abend anhaltenden Schmerzen ärgerlich, aber im ersten Moment bin ich fast dankbar über den Schmerz, der mich ins Hier und Jetzt zurückholt und mich eine ganze Weile ganz schön ablenkt. Nicht zuletzt von den Gedanken an die Arbeit. Irgendwann kehrt eine gewisse gedankliche Ruhe ein und ich laufe ein längeres Stück weiter, ohne zu denken. Ist das schon Meditation? Es fühlt sich jedenfalls danach an.

Etwas später kommen die Gedanken dann doch wieder zurück und weil sie nach wie vor melancholisch sind, entscheide ich mich gegen die Ruhe des Waldes und setze doch noch die Kopfhörer auf, um Podcasts zu hören. „Wenn du den Schreibtisch anschaust, weißt du immer auch, wie groß das Projekt von jemandem gerade ist.“ bleibt als eigentlich netter Gedanke am Ende einer Folge „Hotel Matze“ hängen, lässt mich allerdings auch gleich wieder an Zuhause, die Isolation, die Arbeit und die Homeoffice Problematik denken. Ich akzeptiere, dass die Stimmung heute einfach ist, wie sie ist und beende den Tag mit dem dringenden Wunsch, im Laufe der Woche etwas mehr Klarheit darüber zu erlangen, in welcher Form und vor allem wie lange diese Isolation noch anhalten muss.

* Du bist heilig, du bringst Heil,
bist die Seele, wir ein Teil
der Geschichte, die du webst,
Gott, wir danken dir, du lebst
mitten unter uns im Geist,
der Lebendigkeit verheißt,
kommst zu uns in Brot und Wein,
schenkst uns deine Liebe ein.

Isolation, Tag 26: Ostern

Vor zehn Tagen schrieb ein sehr guter Freund mir, Ostern sei jetzt wohl „offiziell abgesagt“. Anlass war glaube ich die Ansage, dass die Maßnahmen zur Kontaktsperre mindestens bis nach Ostern beibehalten werden, was für uns beide Gewissheit bedeutete, dass wir Ostern nicht mit unseren Familien werden. Mir war der Gedanke an eine „Absage“ erstmal suspekt. Ostern bleibt Ostern, auch ohne Verwandtschaftsbesuch, oder? Vier Tage später schrieb ich ihm dann aber doch: „Ich bin jetzt auch traurig wegen Ostern.“ Ostern war für mich schon immer ein wichtiges und meistens auch ein sehr schönes Fest und ich wäre heute gerne mit meiner Familie bei meiner Oma gewesen. Aber besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen und angesichts der aktuellen Maßnahmen fühlte es sich vernünftiger an, in Berlin zu bleiben.

Ich beginne den Tag mit einem Fernsehgottesdienst zum Ostersonntag. Der Gottesdienst ist schön gestaltet und musikalisch untermalt. Ich summe die Lieder mit und bin gerührt über die Worte der Pfarrerin. „Ostern ist nicht abgesagt“, denke ich. Wir feiern es dieses Jahr einfach anders. Im Anschluss male ich einen „Frohe Ostern“-Gruß und verteile ihn über Whatsapp und Telegram. Ich erhalte viele „Frohe Ostern“-Grüße zurück und finde, dass diese schon mal ein guter Ersatz für das übliche Händeschütteln im Gottesdienst ist.

Ich hatte mich bereits auf ein einsames Osterfest ohne Osternest eingestellt und mich mit dem Rennrad zu einer ausgedehnten Osterradrunde verabredet, doch einer meiner Onkel durchkreuzt meine Pläne und lädt mich spontan ein, auf der Runde vorbeizufahren, um mir einen Schokohasen abzuholen.* So fahre ich heute also wieder durch Brandenburg und wähle dabei Straßen, von denen die Mehrheit nett anzuschauen und nur die Minderheit schlecht asphaltiert oder dicht befahren ist. Ich freue mich über die gute Navigation durch meine GPS-Uhr und finde die Route heute wirklich ganz schön. Ich komme vorbei an einer verlassenen Wasserskianlage, einem verlassenen Golfplatz, etlichen Windkraftanlagen und jeder Menge Pferdehöfen. Mir war gar nicht bewusst, dass Reiten noch so modern ist. Und ich begegne auch wieder vielen anderen Rennradfahrern. Die mir entgegenkommen grüße ich, die meisten grüßen zurück – eine Geste, die nicht erst seit der Corona-Krise wohl verbreitet ist.

Wenn ich in einem Tempo überholt werde, das ich gut auch eine Weile mithalten kann, klemme ich mich hintenan und versuche, eine Weile mitzuhalten. Auch wenn mir klar ist, dass das Ansteckungsrisiko dabei wohl verschwindend gering sein sollte, verzichte ich heute lieber auf den Windschatten und halte eine Radlänge Abstand. So fährt man dann eine Weile einträchtig hintereinander, still, und nur begleitet durch das Surren der Pedale, bis sich die Wege trennen oder Kraft und Kondition nicht mehr miteinander zu vereinen sind. Die Gewissheit über eine gemeinsame Leidenschaft verbindet, auch wenn man ansonsten rein gar nichts von den jeweils anderen weiß. Das ist irgendwie ein seltsamer, aber doch auch ein schöner Gedanke.

In den Dörfern entdecke ich auch heute wieder viele kleine Stände vor den Häusern, mit selbstgemachten Osterbroten, Keksen, Marmeladen und Apfelmus. Heute hätte ich mir gerne ein Glas mitgenommen, leider habe ich kein passendes Kleingeld dabei. Vielleicht beim nächsten Mal.

Am Nachmittag erreiche ich das Haus meines Onkels. Der Schokohase wartet in der Papiermülltonne, das Suchen bleibt mir aber erspart, das Versteck wurde mir vorher verraten. Eine mitgebrachte Schokolade mit Ostergruß reiche ich im Gegenzug über den Gartenzaun. Über den Gartenzaun unterhalten wir uns dann auch noch ein bisschen und auch das ist wieder eine willkommene Abwechslung zum mittlerweile doch einsam werdenden Alltag (wenn man aktuell denn überhaupt von „Alltag“ sprechen kann).

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ lese ich als Schriftzug an einem Schulgebäude, an dem ich vorbeifahre, es handelt sich dabei um ein Zitat vom Religionsphilosophen Martin Buber. Wie wahr, denke ich mir, der Mensch ist ein Herdentier, heißt es in diesen Tagen ja immer wieder. Aber Begegnung kann vielseitig gedacht werden, denke ich weiter. Begegnungen auf dem Fahrrad, Begegnungen am Gartenzaun oder der Haustüre, Begegnungen mit Sicherheitsabstand, Begegnungen über Telefon und Internet. „Allein sein heißt nicht einsam sein.“ erklären uns die Soziologen, Psychologen, Politiker und altklugen Alltagsphilosophen und man muss ihnen allen wohl Recht geben.

Den Rest des Tages verbringe ich im Wesentlichen auf dem Sofa, lege die müden Beine hoch und arbeite an einem neuen Häkelauftrag. Mit Familie und Freunden tausche ich mich am Abend noch über die jeweiligen Oster-Aktivitäten aus, unter anderen auch mit dem zu Beginn des Artikels erwähnten Freund. „Zum Ende des Tages bin ich etwas traurig und fühle mich einsam, aber der Tag war eigentlich schön.“ schreibe ich ihm und berichte von meiner Tagesgestaltung. „Klingt ganz gut. Auch wenn ich nicht weiß, wie man so einen Ostertag bewerten soll. Aber für einen Coronatag klingt es gut.“ antwortet er und ich kann mir in diesem Moment kein treffenderes Fazit vorstellen. Ostern ist nicht ausgefallen, es war nur anders als sonst. Und den Umständen entsprechend hatte ich alles in allem durch viele freundliche Gesten und Worte einen schönen „Coronostersonntag“.

* Ich muss zugeben, dass ich an der spontanen Einladung nicht ganz unbeteiligt war. Ich habe die Schokohasen am Morgen in seinem Profilbild entdeckt und ihn gefragt, ob ich mir einen abholen darf :-D

Sonntag, 12. April 2020

Isolation, Tag 25: Abwechslung

Karsamstag: ein guter Tag. Die Karwoche geht zu Ende und mit ihr eine weitere in der Isolation. Die Zuversicht von gestern bestätigt sich. Am Vormittag entdecke ich auf Facebook zufällig, dass der Stand von der Ölmühle heute Teil des Marktes ist und düse spontan los, um es für die Freundin, die ich letztes Wochenende leider enttäuschen musste, zu besorgen. Ich habe Glück und erstehe die letzten beiden Fläschchen, die ich im Anschluss gleich ausliefere. Es tut gut, einem lieben Menschen einen Gefallen zu tun und eine große Freude zu machen. Und die Auslieferung bietet die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel – natürlich mit Sicherheitsabstand. Eine willkommene Abwechslung!

Weil viele den Samstag zwischen den Feiertagen zum Einkaufen nutzen, ist es in der Stadt voll und vor nahezu jedem Laden gibt es lange Schlangen. Ich bin froh, dass ich gut geplant und am Dienstag alles Nötige eingekauft habe. Meine Vorräte werden sicher bis zum nächsten Dienstag oder sogar Mittwoch ausreichen und ich kann der Stadt den Rücken kehren, um eine weitere Runde Rennrad zu fahren. Den dritten Tag in Folge geht es entlang der Havelchaussee – heute fahre ich aber mal andersrum.

Der Wechsel der Fahrtrichtung lässt mich die schon unzählige Male gefahrene Strecke aus einer ganz neuen Perspektive entdecken. Ich erkenne sie an einigen Stellen wirklich kaum wieder und merke mir die Strategie für andere Strecken: Es kann so einfach sein, neue Ecken zu entdecken! Ich muss aber zugeben, dass ich durchaus schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt habe, die Runde andersherum zu fahren. Was mich bislang davon abhielt, war die Vermutung, dass mir die Steigungen in umgekehrter Richtung weniger zusagen werden. Die Vermutung bestätigt sich, aber Spaß macht es trotzdem und die Gewissheit über eine Vermutung zu erlangen, ist für Wissenschaftler ja allein schon ein befriedigendes Gefühl.

Mit der Wissenschaft geht es heute zur Abwechslung dann auch endlich mal wieder zufriedenstellend voran. Ich schreibe nicht viel Neues, aber schaffe Ordnung im zuletzt ziemlich zerrupften Manuskript und habe das Gefühl, dass es doch kein so hoffnungsloser Fall ist, wie ich gestern noch dachte.

Und der Abend bietet sogar noch eine weitere willkommene Abwechslung: Eine Geburtstagsfeier via Zoom, einem Programm für Videokonferenzen. Ich sehe in einige bekannte und viele unbekannte Gesichter auf dem Bildschirm, die fröhlich in ihre Kameras lachen. Virtuell wird auf das Geburtstagskind angestoßen, im verbindungsbedingt wahrscheinlich ziemlich asynchronen Chor ein Ständchen gesungen und soweit geplaudert, wie es in solch einer Runde eben möglich ist. Ich freue mich darüber, dabei sein zu dürfen, und beginne mich schon mal mit dem Gedanken anzufreunden, diese Variante auch für meinen Geburtstag in zwei Wochen in Betracht ziehen zu müssen …

Samstag, 11. April 2020

Isolation, Tag 24: Verzweiflung und Vertrauen

Karfreitag: kein guter Tag. Dabei beginnt er noch ganz gut, ich schaue mir einen evangelischen Gottesdienst im Fernsehen an, der schön ist, mich aber auch nachdenklich stimmt. In der Predigt geht es um das Gebet aus Psalm 22, was für viele Christen derzeit nicht nur durch Ostern, sondern auch durch ihre Sorgen und Ängste angesichts der aktuellen Situation vielleicht präsenter denn je ist. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ heißt es darin direkt zu Anfang.

Es gibt Menschen, die die Corona-Epidemie als „Strafe Gottes“ deklarieren. Der strafende Gott galt in der christlichen Theologie- und Frömmigkeitsgeschichte lange als unstrittig.* Naturkatastrophen und Seuchen, aber auch kollektive oder persönliche Schicksale werden als „Strafe Gottes“ gedeutet, so wie es uns einige Geschichten aus dem Alten Testament nahelegen. Die meisten modernen Christen teilen diese Auffassung aber nicht mehr. Sie sehen die Krise eher als Anlass, der ein Umdenken in der Bevölkerung bewirken sollte. Ein Anlass, Routinen in Frage zu stellen, Verantwortung zu übernehmen, Solidarität neu zu entdecken, … Ein Anlass, der auch als große Chance für das Gemeinwohl verstanden werden kann und uns an einen „guten Gott“, glauben lässt, der uns durch diese schwere Zeit begleitet und uns vielleicht sogar bestärkt aus ihr herausgehen lässt.

Nach dem Gottesdienst setze ich mich für eine Runde auf das Rennrad und im Anschluss daran an mein Manuskript. Um es kurz zu machen: Ich komme nicht voran. Während ich da also so vor den Worten und Sätzen sitze und an ihnen verzweifle, erlebe ich mal wieder eine kleine persönliche Krise, die angesichts der großen globalen Krise dieser Tage zwar nichtig erscheint, mir im Moment ihres Eintretens deutlich mehr zu schaffen macht.

In meiner Verzweiflung gelingt es mir heute zum ersten Mal nicht, mein zu Beginn des Monats gesetztes „Tagesziel“ einzuhalten. Tag 10 im Kalender rot einzukreisen ist ein doofes Gefühl und ich ärgere mich über mein Unvermögen, so ein Monatsvorhaben auch nur einmal einen gesamten Monat lang durchzuhalten. Seitdem ich das bewusst versuche, ist es mir noch nie gelungen und jetzt muss ich 20 Tage warten, um einen neuen Versuch starten zu können. Aber sind nicht auch diese 20 Tage eine Chance? Eine Chance, das Vorhaben morgen wieder in Angriff zu nehmen und das Ziel zu verfolgen, es bei dem einen roten Kreis auf dem Kalenderblatt zu belassen?

Ich denke zurück an Psalm 22 und die Verzweiflung, die darin zum Ausdruck gebracht wird. Und ich denke an die bevorstehenden Osterfeiertage, an denen nicht mehr die Kreuzigung Jesu, sondern die Auferstehung und das Leben nach dem Tod im Vordergrund stehen. Und auch wenn ein mögliches Scheitern an einem Manuskript oder der Dissertation und ein Abwenden des Ganzen natürlich in keinem Verhältnis zu Tod und Auferstehung oder der Corona-Krise und ihrer globalen Bewältigung stehen, wage ich es heute, in Bezug auf meine eigene Gefühlslage gedankliche Parallelen zu ziehen. So nehme ich die Verzweiflung an und besinne mich auf Vertrauen und Zuversicht. „Morgen wird wieder besser“, sage ich mir also zum Ende des Tages und es ist kein verzweifeltes Hoffen, sondern ein zuversichtliches Vertrauen, das mich in dieser Nacht trotz kleiner und großer Krisen ziemlich ruhig schlafen lässt.

P.S.: Dem „Klagepsalm“ 22 (Leiden und Herrlichkeit des Gerechten) voraus geht übrigens das „Danklied“ Psalm 21 (Gottes Hilfe für den König), folgen tut das „Vertrauenslied“ Psalm 23 (Der gute Hirte). Auch wenn er sich thematisch klar davon abgrenzt, könnte ich mir keinen besseren Rahmen vorstellen.

* Karsamstag spreche ich darüber am Telefon mit meiner Oma, die mir bestätigen wird, dass dies in der Generation über ihr, aber auch in ihrer Generation durchaus noch verbreitet war.