Montag, 6. Juli 2015

Transferprojekt - Radwandern

Vorletzte Woche endete meine stationäre Therapie. Es war eine ganz schön lange Zeit in der Klinik und wie erwartet bin ich kaum dazu gekommen Blogartikel zu verfassen. Und nun? Habe ich 'eigentlich' wieder Zeit. Aber ich fühle mich noch ein wenig zu unsortiert, um Klarheit darüber zu haben, wie und was ich hier weiter schreiben möchte. Wie das mit den kreativen Machenschaften jetzt im Sommer weiter gehen wird, kann ich auch nicht absehen. Schon in der Klinik war ich bei passendem Wetter nachmittags meist lieber draußen unterwegs und in Bewegung als beim häkeln, malen oder ähnlichem. Heute möchte ich darüber schreiben.

Viel mehr ganz konkret über mein 'Was tue ich unmittelbar nach der Entlassung?' Projekt. Radfahren! Nachdem mein Rad den Herbst und Winter über aufgrund Unlust, meinem Dasein als hungernde Frostbeule und natürlich akuter Kraftlosigkeit sein Dasein im Keller gefristet hat, fühlte ich mich nach den ersten Wochen in der Klinik mehr als gewillt, mich wieder aufs Rad zu setzen und das hat mir fern jeglicher therapiemaßnahmen unheimlich gut getan. Es ist eine Tätigkeit, die ich währenddessen ich sie ausübe, genießen kann und nicht großartig hinterfrage oder Gefahr laufe, sie jeden Moment zu unterbrechen (wie sonst so vieles). Wie angenehm es sein könnte, dieses Gefühl nicht nur zwei bis drei Stunden, sondern gleich einen oder sogar mehrere ganze Tage zu bewahren, konnte ich mir zumindest ansatzweise vorstellen. Mich reizte schon seit längerem der Gedanke, mich auch mal auf eine mehrtägige Tour zu begeben. Und die Gelegenheit bot sich mir ziemlich direkt - Köln als Startpunkt und Saarbrücken als Ziel ergaben sich aufgrund von Terminen da und dort und die Strecke war mir damit auch recht bald klar - rheinaufwärts bis Koblenz, dann an der Mosel entlang weiter Richtung Trier und am dritten Tage der Saar folgend bis nach Saarbrücken.


Übernachtet habe ich in Köln in einer Jugendherberge mit unschlagbarem Preisleistungsverhältnis, Koblenz war so kurzfristig leider ziemlich ausgebucht, so dass ich auf ein günstiges kleines Hotel ausweichen musste, dafür aber den Komfort eines Einzelzimmers mit eigenem Bad und Dusche genießen konnte. In Trier übernachtete ich im Kolpinghaus, auch das kann ich im Großen und Ganzen durchaus weiterempfehlen. Für etwas ausgiebigere Besichtigungen der drei Städte fehlte leider die Zeit und auch unterwegs habe ich Städte und Orte meist eher vom Rad aus 'besichtigt'. Aber das war vollkommen in Ordnung. Ich habe unheimlich viel gesehen und wahrgenommen - Häuser und Gärten, Menschen und Tiere, Pflanzen und natürlich stets die wechselnde Beschaffenheit des Flussufers rechts oder links neben mir. Fotos habe ich kaum welche gemacht, ich hatte ohnehin nur mein altes Smartphone dabei und bin jedesmal, wenn ich doch extra anhalte um es heraus zu kramen und einen Augenblick festzuhalten enttäuscht, dass das Foto meine Wahrnehmung in den meisten Fällen nichtmal ansatzweise abbildet.


Und nun? Plane ich schon die nächste Tour. Und die Anschaffung von Zelt und Schlafsack für noch mehr Abenteuer :-)

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