Donnerstag, 27. November 2014

Tapetenwechsel


Noch ein Tapestry Crochet Werk - diese Tablethülle ist noch vor der Laptoptasche entstanden. Größtenteils habe ich sie mir im Urlaub gehäkelt, der nun auch schon wieder zwei Monate zurück liegt. Ich tue nicht viel momentan und die Tage vergehen manchmal zäher als Tapetenkleister, aber dennoch, denke ich mich zwei Monate zurück, habe ich das Gefühl die Zeit rinnt mir durch die Finger. Wohl, weil ich der Meinung bin, ich müsste sie so viel besser nutzen, irgendetwas anfangen mit mir und meinem Leben, anstatt mich jeden Tag den gleichen Abläufen und Gewohnheiten hinzugeben und doch nichts zu ändern.

Wie schafft man es Gewohnheiten zu entkommen, sich frei zu machen von ritualisierten, fest eingebrannten Handlungen und Denk- und Verhaltensweisen? Ein Tapetenwechsel kann helfen und der Urlaub war natürlich eine besonders schöne Form eines ebensolchen. Obwohl ich Angst davor hatte dem Ganzen aufgrund meiner doch eher schlechten Verfassung nicht gerecht zu werden, hat sich der Urlaub definitiv gelohnt. Nicht nur, dass das Häkeln bei strahlendem Sonnenschein an teilweise nahezu menschenleeren Stränden noch so viel mehr Spaß machen kann als hier zuhause, auch so einige der gewohnten Gewohnheiten konnte ich während des Fluges ins südwestlichste Eck Europas scheinbar hinter mir lassen. Ziemlich logisch eigentlich, stehen nicht wenige doch in engem Zusammenhang mit der Wohnung bzw. dem Ort, in dem ich lebe oder den Menschen, die mich umgeben und begleiten, also schlicht der Situation, der mein Handeln unterliegt und dem Umfeld, dass wiederum dieser zugrunde liegt. Ändert sie sich, fällt es entweder entscheidend leichter oder ist sogar unumgänglich auch den teilweise so nutzlosen, unsinnigen oder gar schädlichen festgefahrenen Verhaltensmustern zu entkommen.

Ist ein Tapetenwechsel also der Schlüssel zum Erfolg? Möglicherweise, doch selbst wenn, habe ich momentan nicht das Gefühl diesem in letzter Konsequenz gewachsen zu sein. Ein Urlaub für 10 Tage, ein Wochenendtrip oder mal zwei Wochen bei Verwandten unterkommen - auf Tapetenwechsel auf Zeit kann ich mich einlassen, aber die Gewissheit danach zuhause wieder den Abläufen folgen zu können, die mir auf eine absurde Art und Weise das Gefühl von Sicherheit vermitteln, die brauche ich noch.


An den Urlaub erinnere ich mich trotzdem gerne zurück und durch die Tablethülle ist diese Erinnerung sogar ein klein wenig greifbar geworden. Ein weiteres Modell habe ich als sozusagen allererste Auftragsarbeit gerade begonnen - für die Freundin, die mich im Urlaub begleitet hat. Gewünscht ist ein Muster mit Wellen und Walen. Vielleicht ja auch, um ein bisschen die Erinnerung an Sommer, Sonne, Strand und Meer ins Gedächtnis zu rufen :-) Bis die nächste Hülle gehäkelt ist, verlinke ich meine eigene erstmal beim heutigen RUMS und wie schon die Laptoptasche bei der Häkelliebe im November und zu Maritimes im Monat November passt der Post doch irgendwie auch, oder?

Kommentare:

  1. Da hast du dir aber eine wirklich zauberhafte Tablethülle erhäkelt! Kompliment! Sehr, sehr schick.
    Ob ein Tapetenwechsel wirklich immer der Schlüssel zum Erfolg ist, weiß ich nicht. Aber ich denke, dass es oftmals gut tun kann, mal rauszukommen. Es muss ja nicht gleich für lange und weit weg sein ... mir persönlich "reicht" immer schon ein ausgiebiger Waldspaziergang. Im Alltag ein wenig Abwechslung in die Gewohnheit bringen ... mal was anderes, neues sehen.
    Ich hoffe, dass du für dich auch solch kleine "Inseln zum Kraft tanken" findest!

    Alles Liebe,
    Bine.

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    1. Danke! Du hast Recht, auch mal Abwechslung in den Alltag bringen ist ein guter Gedanke und da muss ich mich definitiv regelmäßig dran erinnern :-)
      LG, Sarah

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